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Die Pille und die Partnerwahl – und was die Presse daraus macht

Die Presse hat wieder etwas zum Fressen bekommen: eine Studie der britischen „University of Stirling“ zum Thema Partnerwahl und Pille. Zum Hintergrund: Auch ohne soziologische und biologische Kompetenz kann man wissen, dass die Pille auf den Hormonhaushalt der Frau wirkt. Daraus könnte man nun wieder schließen, dass sich das Paarungsverhalten der Frauen ändert, sobald sie beginnen, die Pille zu nehmen. Seit Jahren versuchen Wissenschaftler, dafür einen Beweis zu finden.

Die britischen Forscher wollten es diesmal genau wissen, und setzen auf einen angeblich „innovativen“ Forschungsansatz: Sie vergleichen die Partnerschaften, die „unter Einfluss der Pille“ entstanden waren, mit jenen, bei denen die Frau zu Beginn der Partnerschaft nicht mit der Pille verhütete.

Das Ergebnis scheint auf den ersten Blick spektakulär: Mit Pille sei das Sexleben schlechter, aber das allgemeine Eheglück zuverlässiger. Zudem hielten die Beziehungen, die mit „der Pille“ begannen, deutlich länger und es gab viel weniger Trennungen.

Auch Forscher denken gelegentlich nach, was sie sympathisch macht: So räumten sie ein, dass man Beziehungen wohl nicht alleine daran messen könne, ob mit der Pille verhütet worden wäre oder nicht. Immerhin könnte man ja vermuten, dass Frauen, die zu Beginn einer Beziehung die Pille nehmen, vor vornherein nicht ganz so leichtfertig mit ihrer Hingabe umgehen wie die Frauen, die keine Pille nehmen.

Die Presse? Ach, die Presse stellt sich da nicht so zimperlich an. Kaum war das Ergebnis bekannt, das verschickte die Deutsche Presse Agentur (dpa) die Meldung die „Pille beeinflusst Partnerwahl und Beziehungsglück“ – und vor der Veröffentlichung dieser Spezifizierung schreckte selbst Die ZEIT nicht zurück.

Wie man sieht, ist auf die Berichterstattung der deutschen Presse in Sachen Wissenschaft kein Verlass – unkritische Redakteure übernehmen das Lesefutter so, wie es kommt, und geben dazu noch etwas „schräge“ Ratschläge. Da wird die Logik mal schnell umgekehrt, so als ob dies erlaubt sei:

Frauen, die sich eine lang anhaltende Beziehung wünschen, sollten während der Partnersuche möglicherweise die Pille einnehmen.

Wem das noch nicht blödsinnig genug erscheint, der darf am Ende vieler Zeitungsartikel noch dies lesen:

Frauen, die kurz vor der Hochzeit stehen, sollten also womöglich für einige Monate auf die Einnahme der Pille verzichten.

Warum nun dies? „Weil sie so feststellen können, ob sie sich tatsächlich von ihrem Partner angezogen fühlen“.

Na, schönen Dank, meine Damen und Herren von der Presse. Genau so hatten wir uns die wissenschaftliche Wahrheit die von Ihnen verbreitet wird, vorgestellt:

Wenn der Pressehahn kräht auf dem Mist, wird die Wahrheit anders oder sie bleibt, wie sie ist.

Lediglich „Wissenschaft.de“ machte sich die Mühe, die Sache einmal kritisch zu beleuchten.

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