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Singles bleiben Jungfrauen und haben Sex – oder doch nicht?

Also, was Sie über Singles vermuten. Ist alles falsch – behauptet Match.com und sagt uns, dass man dort die „Fakten“ hat – und zwar exklusiv.

(Original-Zitat Match.com)

Irrtum: Junge Singles neigen zum vorehelichen Geschlechtsverkehr.
Fakt: Viele Menschen in der Gruppe der 21 – 34-Jährigen sagen, sie hätten niemals Sex gehabt. Um präzis zu sein: 24 der Männer und 23 Prozent der Frauen sind Jungfrauen.

Präzise Zahlen? Fakten? Da schauen wir doch mal nach.

Text einer Pressemitteilung der Behörde CDC (USA) (zitiert nach aegis.com):

Ungefähr 96 Prozent der Erwachsenen im Alter von 20-59 Jahren hatten Sex, wobei die Altersgruppe der 20-29-jährigen am wenigsten Sex hatte (91 Prozent).

Nun kann man natürlich annehmen, dass „Singles“ weniger Sex hatten als Menschen, die in Beziehungen leben, aber es ist sehr unwahrscheinlich, dass die Diskrepanz so groß ist, zumal „Single sein“ ja kein Dauerzustand ist. Also suchen wir uns jetzt mal eine wirklich anerkannte Studie: In der Gruppe der 20-24-Jährigen, hatten 80 Prozent der Frauen bereits Vaginalverkehr, fünf Jahre weiter waren es 87 Prozent. Andere Arten des Geschlechtsverkehrs wurden dabei anders behandelt, und deshalb dürfte die tatsächliche Zahl größer sein. Noch eine weitere Erhebung wäre interessant: In den USA hatten die 18-19-jährigen Single-Mädchen etwa zu 70 Prozent bereits Geschlechtsverkehr. Es ist sehr unwahrscheinlich, dass bis zum 29. Lebensjahr nur fünf Prozent hinzugekommen sind, zumal die Möglichkeit zur Aufnahme des Geschlechtsverkehrs normalerweise bereits bei den 20-24-jährigen Frauen gegenüber den 18-19-Jährigen rasant ansteigen.

Fragte sich, wie Match.com mit seinen „Umfragergebnissen“ punkten will, denn wenn es stimmt, dass wirklich nahezu jedes vierte Match.com-Mitglied unter 35 (!) noch Jungfrau ist, kann man außer an der Studie auch noch an an der sozialen Zusammensetzung der Mitglieder zweifeln.

Erstaunlich ist auch, dass die mit viel Getöse verbreitete Studie im Grunde keine wirklich verwertbaren Erkenntnisse zeigt: „Würde, wäre, könnte“ … na schön, so lassen sich leicht Studien erstellen. Für Fakten halte ich nicht, was Menschen gerne wollen würden (Heiraten, Vater werden), sondern was sie tatsächlich getan haben.

Natürlich weiß ich nicht, warum die Studie so eigenartig ausgefallen ist – aber es könnte immerhin sein, dass man die Flagge heraushängen will: „Schaut, hier sind lauter wohlanständige Menschen befragt worden, die alle den guten amerikanischen Idealen entsprechen.“

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