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Statistik-Akrobatik verschafft eHarmony die „besten Ehen“

Die besten Ehen und die niedrigsten Scheidungsraten – das ist seit Jahren die Tröte, in die eHarmony bläst. Nun kann man darüber streiten, was die „besten Ehen“ waren, aber ein deutliches Kennzeichen wären die Scheidungsraten – wenn, ja wenn es darüber genügend Daten gäbe.

Die gibt es wie erwartet nicht, und deshalb gab eHarmony eine Studie in Auftrag – nichts gegen die Studie, sie ist recht interessant. Aber nicht die Studie ist es, die zählt, sondern die Bewertung der Ergebnisse durch eHarmony. Dort wird Statistikakrobatik vom Feinsten betrieben, und so entstehen dann Statistiken der merkwürdigsten Art, wie sie auf dem „offiziellen“ eHarmony-Blog veröffentlicht wurden.

Bei der Zufriedenheit der Partner beispielsweise beginnt die Statistikskala beim Wert von 5,0 und endet bei 5,6 – durch diesen Statistiktrick sieht es so aus, als seien die Unterschiede sehr groß – sind sie aber nicht, und dabei spielt gar keine Rolle, was eHarmony als „Signifikant“ bezeichnet.

Obgleich die Menschen, die sich am Arbeitsplatz kennengelernt haben, wacker schlagen, wenn es um die Zufriedenheit geht (etwa 3 Prozent Differenz zu den Zahlen von eHarmony-Mitgliedern), und wenig Neigung zu Scheidungen haben, stehen sie plötzlich bei den Scheidungen ganz oben: die Daten wurden aus einer etwas lächerlichen Studie von 506 Personen gezogen, die zwischen 2005 und 2009 sowohl heirateten, wie auch geschieden wurden. Das hinderte eHarmony nicht, die Zahlen statistisch aufzubereiten, und siehe: Plötzlich lagen die Menschen, die sich am Arbeitsplatz kennengelernt hatte, fast an der Spitze der Scheidungen, nur noch übertroffen von denen die sich bei nicht näher bezeichneten Gelegenheiten kennengelernt hatten.

Die Krönung allerdings ist die Auswertung einer vermeintlichen Differenz zwischen „tatsächlichen Scheidungen“ und „Scheidungserwartungen“, bei der – wie könnte es anders sein – eHarmony als Sieger hervorgeht: Mit 66,67 Prozent liegen eHarmony-Ehene ganz vorne – generiert aus windigen drei Scheidungsfällen, die der Studie zugrunde lagen.

Ganz generell lagen in der Statistik die „eHarmony-Ehen“ nicht nur immer vorne, sondern sie übertrafen zumeist sogar die Ehen der Partner, die sich in der Kirche kennengelernt hatten. Auffällig ist auch, dass der Konkurrent „Match.com“ einzeln bewertet wird – und die Ergebnisse sind (nicht mehr ganz überraschenderweise) „natürlich“ deutlich schlechter als die von eHarmony.

Die Kollegen von „Online Personal Watch“ stellten übrigens die windigsten Zahlen der Studie in den Vordergrund.

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