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Datecheck – kommt die totale Überwachung?

Mal ehrlich – es dauert eine Weile, bevor mir die Hutschnur platzt. Aber diese neue iPhone-Applikation treibt mindestens das virtuelle Blut in meinen virtuellen Arterien deutlich höher, sodass es bis an die Hutschnur heranreicht.

Die Rede ist von einer US-amerikanischen Manie: Dem totalen Dating Check vor dem Date. Das oben genannte Telefon spielt dabei nur eine sehr untergeordnete Rolle. Interessanter ist schon, dass die Software-Applikation das gesamte Internet ausspäht, um möglichst viele „Fakten“ (aber sicherlich auch Märchen und Sagen) über die Person herauszufinden, die in den sogenannten „sozialen Netzwerken“ gespeichert sind. 1984 ist offenbar heute, und es ist ein Jedermann-Produkt.

Wenn dieses Beispiel Schule machen sollte, dann darf man im Grunde keinem Menschen aus Pornomiezen mehr raten, irgendetwas aus dem Privatleben im Internet zu veröffentlichen – insbesondere nicht bei den leicht zugänglichen Diensten. Natürlich kann man all dies abfedern, indem man entweder gar keine Spuren in den sogenannten „sozialen Netzwerken“ hinterlässt oder dort eben auch falsche Angaben macht.

Das Gegenargument kenne ich wohl. Menschen mit aufrechter Gesinnung haben auch nichts zu verbergen – doch da sollten Sie mal in den Spiegel schauen, verehrte Leserin oder verehrter Leser: Nie etwas getan, was nicht ganz koscher war? Nie ein Foto von einer alkoholdurchtränkten Party veröffentlicht? Nie ein bisschen Busen zu viel gezeigt oder mir Alter und Gewicht geschummelt? Also: Vergessen Sie das mit den Menschen, die immer „gut und edel“ waren.

Was mich noch besonders ärgert: Offenbar haben US-amerikanische Frauen keinen Dreck am Stecken, sind niemals Betrügerinnen, andere Kriminelle oder notorische Seitenspringerinnen. Die „Bestie Mann“ wird auch in diesem Video verteufelt, von den vielen Betrügereien, die von Frauen ausgehen oder mithilfe von Frauen ausgeführt werden, ist gar nicht die Rede.

Golem schreibt über die Applikation

„Aber außer neuen Bekanntschaften lassen sich mit Datecheck natürlich beliebige Personen ausforschen. Sofern der volle Name dem Datecheck-Nutzer bekannt ist, kann er eine umfangreiche Persönlichkeitsüberprüfung vornehmen. Verhindern kann das der Durchleuchtete nicht.“

Ein ausgesprochenes Ärgernis ist dabei, das sich manche Web 2.0-Betreiber, unter anderem auch deutsche, sich weigern, einschlägige Beiträge zu löschen. Der Liebepur liegt eine Antwort eines Anbieters vor, der folgendes schreibt: „(Wir) löschen … als Anbieter der Plattform grundsätzlich keine Beiträge. Mit Ihrer Anmeldung haben Sie uns zudem die Nutzungsrechte zur dauerhaften Vorhaltung Ihrer Beiträge übertragen.“

Noch ein Zitat gefällig?

„Die freundliche Datecheck-Werbedame fragt in dem YouTube-Film (Siehe Anmerkung), warum niemand vorher an eine solche Anwendung gedacht habe. Meine Meinung: Vermutlich hatte die Menschheit bis vor kurzem noch genug Schamgefühl.“

Was ich dazu noch sagen kann? Hinterlegen Sie in sozialen Netzwerken bestenfalls ihren Namen und ein paar belanglose Einträge, beispielsweise, dass sie an Architektur oder Violinkonzerten interessiert sind, die Toscana lieben oder meinetwegen Aram Chatschaturjans Musik gerne hören – das könnte Sie noch interessant machen.

Anmerkung: YouTube hat das Video zensiert. Die Gründe sind uns nicht bekannt. Wir zeigen statt dessen die Golem-Version.

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