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Wenn die Frau die Büchse lädt – dann hören wir PR-Märchen

Vielleicht muss man plakativ sein, wenn man viele Menschen erreichen will. Griffige Sprüche gehören deshalb zum Handwerk vieler Publizisten, Wissenschaftler und PR-Abteilungen.

Also lese ich (der Mann ist Wissenschaftler, also lauscht das Publikum ehrfürchtig):

„Vor 200 Jahren haben wir im Leben durchschnittlich 100 Menschen kennengelernt – die Wahrscheinlichkeit, darunter den perfekten Partner zu finden, ist nicht sehr groß.“

Das mag soziologisch richtig sein, ist aber ansonsten Stuss: Vor 200 Jahren (man schrieb das Jahr 1808, nur damit Sie eine Vorstellung haben) hatten Frauen noch gar nicht die Möglichkeit, zu wählen – für sie wurde gewählt – und bestenfalls zwei bis drei Partner kommen in die Auswahl – und der Vater musste noch eine anständige Mitgift löhnen, damit die Töchter überhaupt aus dem Hause kamen.

Es kam also gar nicht darauf an, wie viele Partner es theoretisch gegeben hätte, sondern viel viele es unter den gesellschaftlichen Möglichkeiten wirklich gab. Immerhin sagte der Herr Professor (Manfred Hassebrauck) noch etwas Wahres: „Erfolgreiche Partnerwahl ist ein Kompromiss zwischen Wunsch und Wirklichkeit“. Allerdings wusste dass meine Tante Frieda auch schon.

Erstaunlich viel wurde über die Geschlechterrolle gesagt: Das Rollenverhalten habe sich geändert und zumindest, wenn man Autorin Jurate Baronas glauben kann, nicht in eine Richtung, die beiden Geschlechtern nützt: Denn die selbstständige Frau mit eigenem Einkommen hat (wie inzwischen fast alle Experten glauben) eine bei Weitem übertrieben Anspruchshaltung. Unterstellt man, dass gerade die „Anspruchshaltung“ von vornherein kein guter Einstieg in die Partnerschaft ist, und glaubt man, dass Frauen diese Ansprüche auch noch arrogant aufplustern, dann gibt es nur einen Schluss: Sie bleiben allein – und das ist zwar nicht gut für das Bevölkerungswachstum, schützt die Männer aber vor Anspruchshyänen.

Indessen – überzeugt hat mich nicht, was über Frauen geschrieben wurde – und ich wundere mich, dass all dies erst jetzt auf den Tisch kommt. Denn man kann seit etwa 30 Jahren beobachten, wie sich das soziale Verhalten von Frauen verändert – und was wir jetzt immer im Fokus haben, ist nur die Spitze des Eisbergs: Der Markt hat viele gebildete, schöne und selbstbewusste Frauen, die auf Männer treffen, die in keiner Weise auf die Begegnungen mit ihnen vorbereitet sind, sonder lauter alter Klischees mitbringen – das ist die traurige Kehrseite.

Wie dies in den Beitrag kommt, ist mir nicht ganz klar – vermutlich aus PR-Gründen, um saftige Überschriften zu erzielen:

„Männer sind nicht mehr Jäger und Frauen sitzen nicht mehr im Nest – sie jagen selbst aktiv“.

Was denn haben nun die Frauen massenhaft die Flinte geputzt und schießen Hasenschrot in die Männerwelt? Haben sie nicht, und sie schießen auch nicht. Ihre Jagdwelt seiht anders aus: erst schieben sie die Krallen unter die Haut, dann lassen sie das Gift der Begehrlichkeit wirken – allerdings muss man auch das erst einmal können und ein gewisses Alter haben – und überhaupt die Grundhaltung, es zu tun. Denn die Masse der Frauen handelt nicht so, denkt nicht so und kann sich damit auch nicht identifizieren. Eher ist schon die Haltung verbreitet: „ich gehe da mal an den Markt, und wenn der Richtige kommt, dann weiß ich schon, was ich tun muss“.

Der einzige Beitrag, von dem ich nach der PM überzeugt war, stammt von Henning Wiechers vom Großen-Singlebörsen-Vergleich: Er wartete mit Zahlen auf, die jeder bestätigen wird: Etwa ein Drittel der Partnersuchenden wird im Online-Dating fündig. Es ist – nebenbei bemerkt – eine außerordentlich positive Quote, denn dass der Rest der Suchenden keine Partner findet, hat gute Gründe.

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