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Partnersuche: „Kinder willkommen“ oder eben doch nicht?

Umfragen sind oft eigenartig – und bei dieser ging es darum, welche Partnersuchenden Freude daran hätten, einen Vater oder eine Mutter zu treffen.

PARSHIP fragte jüngst:

Wenn Sie an Ihre letzten Dates und Kontakte zurückdenken: Haben Sie das Gefühl, dass die eigenen Kinder ein Hindernis bei der Partnersuche sein können?

Vorab: Befragt wurden 720 Personen mit Kindern unter 18 Jahren.

Die Fraktion „ja, ich will eine Mutter/einen Vater treffen

Das Ergebnis ist keinesfalls verblüffend: Formal zeichnet sich ab, dass etwa 43 Prozent der Befragten dafür votierten, die Kinder seien kein Hindernis gewesen – allerdings waren diese überwiegend Personen, die angaben: „Nein, denn andere Personen haben oft auch eigene Kinder.“ Was letztlich heißt: Wenn Kinder zu Kindern kommen, spricht nichts gegen die Beziehung.

Wenden wir uns den Personen zu, die Kinder als eine Behinderung beim Kennenlernen empfanden.

Die Fraktion: Ich will möglichst keinen Vater/keine Mutter treffen

Insgesamt gaben 23 Prozent an, dass die eigenen Kinder für ihre Dating-Partner gar nicht infrage kamen, denn „sie hätten ich nicht mehr gemeldet.“ Mit anderen Worten: Sie sind vor einer näheren Beziehung zurückgeschreckt. Weitere 18 Prozent erweisen sich als zurückhaltend und behaupteten, die potenziellen Partner „sollen perfekt zu meinen Kindern passen“. Heißt also: 41 Prozent der Befragten und damit der größte Teil derjenigen, die Schwierigkeiten hatten, haben mit großer Wahrscheinlichkeit eine ledige Person ohne Kinder getroffen (Genaues geht aus der Befragung nicht hervor).

Was ergibt sich daraus wirklich?

Vor alle, dass es recht viele Frauen und Männer mit Kindern gibt, die eine Partnerin oder einen Partner akzeptieren würden, der/die selbst bereits Kinder hat. Das ist im Grunde bekannt und wird auch selten als ein Hindernis angesehen – wo schon Kinder sind, können bei entsprechender wirtschaftlicher Lage auch noch Kinder hinzukommen, und teilweise wird dann sogar noch der Wunsch nach einem gemeinsamen Kind verwirklicht.

Doch die 46 Prozent „Ablehner“ machen deutlich – es ist nach wie vor schwierig, einen Menschen dazu zu bewegen, eine „Familie zu heiraten“.

Nur elf Prozent denken in erster Linie an die Person

Das zeigt auch eine andere Zahl: Wirklich offen für die Beziehung selbst und offenkundig ausschließlich partnerzentriert waren nur 11 Prozent der Befragten. Sie empfanden als unwichtig, ob der Partner schon ein Kind hat oder nicht.

Eine zweite Befragung gibt Rätsel auf

Überraschenderweise sagten in einer weiteren Befragung nun allerdings nur sechs Prozent der Frauen, sie würden keinen Vater treffen wollen.

Und nun frage ich mich: Wie passt das zusammen? Möglicherweise dadurch, dass ein anderer Personenkreis befragt wurde. Nach Angaben von PARSHIP wurde die Befragung unter 3.772 Mitglieder zwischen 18 und 69 Jahren durchgeführt. Demnach nahmen nur 720 Mitglieder mit Kindern an der ersten Umfrage teil, während an der Zweiten 1.886 „andere“ Mitglieder teilnahmen.

Ich hänge die Befragungsdaten an, damit ihr die Zahlen selber überprüfen und bewerten könnt.

Frage: Wenn Sie an Ihre letzten Dates und Kontakte zurückdenken: Haben Sie das Gefühl, dass die eigenen Kinder ein Hindernis bei der Partnersuche sein können?

 Nein (Gesamt 43 %, Männer 46 %, Frauen 42 %)
 Nein, ich empfinde es eher als Bereicherung. Viele sprechen mich bewusst darauf an (Gesamt 8 %, Männer 11 %, Frauen 6 %)
 Nein, potenzielle Partner/innen haben häufig auch eigene Kinder (Gesamt 35 %, Männer 35 %, Frauen 36 %)
 Ja (Gesamt 46 %, Männer 41 %, Frauen 48 %)
 Ja, einige potenzielle Partner/innen haben sich wegen meines Kindes / meiner Kinder nicht mehr bei mir gemeldet (Gesamt 23 %, Männer 21 %, Frauen 24 %)
 Ja, aber wenn der / die potenzielle Partner/in die Kinder / das Kind kennenlernt, ist die anfängliche Hürde schnell überwunden (Gesamt 5 %, Männer 5 %, Frauen 5 %)
 Ja, ich bin viel wählerischer gegenüber potenziellen Partnern/innen geworden, denn sie sollen perfekt zu meinen Kindern passen (Gesamt 18 %, Männer 15 %, Frauen 19 %)
 Ich kann keine Unterschiede beim Dating mit und ohne Kind erkennen (Gesamt 11 %, Männer 13 %, Frauen 10 %)
n=720; nur Befragte mit Kindern unter 18 Jahren

Frage: „Übrigens: Ich bin Papa!“ – Dieser Satz kann bei der Partnersuche zu ganz unterschiedlichen Reaktionen führen. Wie würden Sie reagieren, wenn sich Ihr neuer Schwarm als Papa entpuppt?

 Es wäre mir schlichtweg egal – wenn das Kind mich als neue Partnerin akzeptiert (Frauen 32 %)
 Das wäre für mich ein echter Pluspunkt – ich habe selber Kinder und kenne die Situation gut (Frauen 27 %)
 Mein Wunschkandidat ist zwar kinderlos, aber ein Ausschlusskriterium wäre das nicht, wenn sonst alles stimmt (Frauen 24 %)
 Ich würde ihn besonders gern kennenlernen. Ein alleinerziehender Vater ist sicher einfühlsam und zuverlässig (Frauen 7 %)
 Perfekt! Ich habe keine eigenen Kinder und sehne mich nach einer Familie – umso besser, wenn der Traummann sie gleich mitbringt (Frauen 4 %)
 Das ist für mich ein klares No-Go. Ich suche einen Mann, keine Familie (Frauen 3 %)
 Ich kann mir nicht vorstellen, einen Vater zu daten – ich möchte mit meinem Traummann lieber eigene Kinder (Frauen 3 %)
n=1.886; nur Frauen

Über die Studie
Für die vorliegende Umfrage hat Parship 3.772 Mitglieder zwischen 18 und 69 Jahren befragt. Die Online-Erhebung fand im April 2019 statt.

Vielleicht löst ja jemand das Rätsel der 92-Prozent-Quote der Frauen, die bedingt oder unbedingt einen Vater treffen wollen.

Zahlen und Zitate: PARSHIP.

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