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Keine Lust in der Liebe?

Liebendes Paar, nach einer Zeichnung von Becat

Liebendes Paar, nach einer Zeichnung von Becat


Keine Lust in der Liebe – warum Lust, Dating. Partnersuche und Beziehungen in konservativen Medien versteinert werden. Ein Artikel aus der Serie „Tacheles“ – übertrieben und doch immer rattenscharf an der Realität entlang.

Wissen Sie, ich lese viel im Internet. Zeitungen, Blogs, Foren … ja, ich lese überall dort, wo man sich mit der Liebe beschäftigt. Und mit der „Liebe“ meine ich alles,, was wir „Liebe“ nennen – vom lustvollen Gedanken daran, der Ausübung der Liebe in vielfältiger Weise, und nicht zuletzt dem Nachdenken darüber.

Wissen Sie, was mir dabei auffällt? Diejenigen, die über die Partnersuche philosophieren, sind sich viel zu fein, über so „schmutzige“ Themen wie die Liebe zu schreiben. Manchmal denke ich, dass ihre bürgerlich-konservativen Auftraggeber ihnen auf die Fingerchen klopfen würden, sollten sie es dennoch versuchen. Und manchmal denke ich, die Schere sitzt längst im Kopf. Wer da ganz sicher gehen will, übergeht gleich mal das ganze Gedöns um Paarungen, dem immer ein wenig Spermaflüssigkeit anhaftet, und schreibt gleich darüber, wie Partnersuchende (warum eigentlich gerade sie?) ihre Beziehungen veredeln könnten, wenn sie schon welche hätten. Da kann man sich schön die Finger sauber halten, nicht wahr?

Ironischerweise finden wir Sexthemen aber in Frauenzeitschriften – und je nach Leserschaft bisweilen sehr heftige Themen, bei denen es hart an die Grenzen geht.

Dating – ein Thema, das eigentlich keins ist

Wer über „Dating“ schreibt, ist sowieso angeschmiert, denn so etwas wie Dating gibt’s nicht. Wer ab und zu eine amouröse Verabredung hat, betreibt kein Dating, sondern geht mit jemand aus, um mal zu prüfen, ob’s für ein paar schöne Nächte reicht. Und wer „ernsthaft“ einen Partner sucht, tut genau das Gleiche, nur für einige schöne Jahre, Ende offen. Klar – man kann sich selbst besoffen schreiben, was „Dating“ ist und es am Ende dann selber glauben. Tun die meisten nicht. Sie schreiben es lieber irgendwo ab.

Also – ja, es ist gut, über die Partnersuche zu schreiben. Und nein: Partnersuche dient nur dazu, einen Partner zu suchen und möglich zu finden, folgt aber keinen Regeln, Ritualen oder gar Vorschriften. Dennoch kann man (und kann ich) darüber schreiben, denn die Erfahrungen bei der Partnersuche sind vielfältig, und ich habe offene Ohren.

Ja … und die Lust? Die erwünschte, die erwartete, die tatsächliche und die Nachbereitung derselben? Ähm – ja, darüber schreibt ein anständiger Autor (und erst recht keine anständige Autorin) natürlich nicht. Frau wird eben nicht feucht, wenn sie mit einem Herrn beim Dessert sitzt und überlegt, wie er sich wohl im Bett machen würde. Natürlich passiert das – aber das sagt sie nicht und das schreibt sie nicht. Jedenfalls nicht im offiziellen Edel-Blog oder im eigenen Buch.

Auch Hoden und Eierstöcke gehören zur Liebe

Die andere Seite existiert- sicherlich. Da, wo nach Meinung der Edelmenschen die Schlampen schreiben, oder gleich die Perversen. Diejenigen, die zugeben, dass die Wünsche, die aus dem Mund kamen, von den Wünschen abwichen, die aus Hoden oder Eierstöcken kamen. Aber all dies, das kann ich Ihnen versprechen, würde jemand niemals in den Mund nehmen oder zu Bildschirm bringen, der um seinen „guten Ruf“ besorgt ist. Viele haben es schon erfahren, dass versucht wird, dem Aufrichtigen das Leben zu vermiesen, und ich weiß, wovon ich rede. Als ich einmal andeutungsweise erwähnte, dass ich ein Lieblingspseudonym habe, unter dem die heftigere Seite der Liebe beleuchtet wird, wurde dies gleich von einer Ex-Journalistin aufgegriffen, die auf dieser Basis einen Schmähartikel verfasst hat.

Das Menschenbild des Spießers – Fassade, Fassade, Fassade

Sehen Sie, das passiert, wenn das Menschenbild des 19. Jahrhunderts in das 21. Jahrhundert hinübergetragen wird. Ach, was werden wohl die Nachbarn denken? Um Himmelswillen, wenn … ja – Hauptsache die bürgerliche Fassade bröckelt nicht. Wie zu Kaisers Zeiten.

Dabei haben wir längst andere Rollenbilder, müssen flexibler handeln, um Partner zu suchen und dürfen uns zu unserer Lust und noch ein paar anderen Bedürfnissen bekennen. Ja, dürften wir. Könnten wir. Aber dann müssten wir auch der Wahrheit etwas mehr Raum geben, und die heißt: Bei der Partnersuche menschelt es unentwegt. Und wenn es menschelt, dann ist es eben so, wie im richtigen Leben – und nicht so, wie Frau Etepetete und Herr Entrüstet sich das Leben vorstellen.

Ich fand, es musste einmal Tacheles über Spießer und Schwätzer geredet werden. Deshalb der Artikel. Und nun wünsche ich Ihnen einen lustvollen Abend.

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