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Die Generation Porno kommt wie Nessy aus dem Sommerloch

Sommerloch – was schreibt man da nun eigentlich? Ach, war da nicht die „Generation Porno“? Immer Klasse, was? Da kann man mal wieder so richtig zeigen, dass man eine konservative Zeitung hat. Wenn auch die Überschrift lautet „Generation Porno“ und man, damit eine ganze Jugendgeneration diffamiert? Was macht das schon? Hauptsache, man hat Leser – das dachte sich offenbar an diesem Wochenende die WELT – und brachte ein Interview mit Klaus Beier, der eigentlich nichts Neues dazu wusste.

„Generation Porno“ hieß es in der WELT Online, und „Frauen werden zu Sex-Objekten“ darf dann natürlich auch nicht fehlen, und das „Christliche Medienmagazin“ greift es auf.

Klaus Beier, war vor Kurzem schon einmal in einem Interview der konservativen FAZ mit einem fragwürdigen Satz aufgefallen. Damals hatte er das Internet für die negative Beeinflussung der Jugendlichen verantwortlich gemacht und wörtlich geäußert:

Das ist ein großer unethischer Menschenversuch, und mir ist völlig rätselhaft, warum der so ungehindert ablaufen kann.


Aha – ein großer unethischer Menschenversuch. Welche Worte wird der Experte eigentlich noch finden, wenn es auf dieser Erde einmal wirklich zu einem „großen unethischen Menschenversuch“ kommt?

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Geschrieben von Gebhard Roese

02.07.2010 um 19:26:40

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Die ganze Nacht Liebe machen – ermüdend und langweilig

Die Realität schreibt eine andere Geschichte als die Fantasie, wenn es um Sex geht – das wollen die Forscher Eric Corty und Jenay Guardiani nun anhand einer groß angelegten Befragung herausgefunden haben, die aus den Erfahrungen von Psychologen, Ärzten, Sozialarbeitern, Familien- und Paartherapeuten sowie Helferinnen im Gesundheitsbereich gewonnen wurden – Grundlage waren die Daten ihrer Klienten und Patienten.

Demnach sind

Paare in der Realität damit zufrieden, wenn der Sex zwischen drei und 13 Minuten dauert – bereits ein Geschlechtsakt über 10 Minuten kann für Paare ermüdend sein. Als optimal wurden dennoch Paarungen zwischen sieben und 13 Minuten angesehen, während solche zwischen einer und zwei Minuten als „zu kurz“ betrachtet wurden.


Die Forscher wollen damit vor allem Paare ermutigen, die glauben, sie müssten längere Zeit „Liebe machen“, vielleicht sogar die ganze Nacht.
Wie es scheint, sind in den letzten Jahren durch Medien Klischees verbreitet worden, dass Sex nur gut ist, wenn er ausdauernd und bis zur völligen Erschöpfung praktiziert wird. Daran sollen nicht nur die „üblichen Verdächtigen“, aus der Pornobranche schuld sein, sondern auch das „gute alte Kino“: Immer mehr Spielfilme zeigen Sexszenen, in denen sich die Paare bis zur Erschöpfung über Stunden oder gar die ganze Nacht hinweg verausgaben.

Den ganzen Artikel können Sie in der Daily Mail lesen.

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Geschrieben von Gebhard Roese

28.06.2010 um 10:35:43

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Diese Woche in Dating (15/2010): wach auf, Aschenbrödel

Diese Woche in Dating war erst einmal davon geprägt, dass ich alle die Pressemitteilungen und Wissenschaftsnachrichten sortieren musste, die mir entgangen waren. Wenn ich jetzt sage: „Das übliche Gedöns“, dann bitte nicht erschrecken – es waren auch ein paar Gute darunter – allerdings wohl weniger die Forschungen einer Dame, die ihren männlichen Studenten erst ein Händchen in Eiswasser tauchen ließ und ihnen denn Bilder von nackten Weibern vorlegte. Ei potz, Wissenschaft kann richtig amüsant sein, nicht wahr? Am selben Tag veröffentlichte ich dann auch noch den „Preis der Liebe“ und – nö, es ist nicht der Preis im „Palais d’Amour“ gemeint, sondern der hochgerechnete Preis einer Speed-Dating-Beziehung. Popelige 550 Euro rechneten die Wissenschaftler aus – ein Zigarettengeld gegen das, was Hochzeiten und Scheidungen kosten.


Ach Jugend, wie bist du so schön oder schlecht oder was denn eigentlich? Die sogenannten Forscher vergessen oft, dass Jugendliche noch ein ganz anderes Weltbild haben, zu dem vor allem zwei Dinge gehören: Neugierig sein und ausprobieren. Es ist gut und richtig, Ihnen den Gebrauch von Kondomen zu erklären, aber es ist relativ blödsinnig, ständig über Jugend und Pornografie herumzuschwadronieren. Da wundert mich nicht, wenn die Kunden von Amazon mal ganz überrascht feststellen, dass es kaum eine „Generation Porno“ gibt. Es gibt allerdings ein dümmliches Mediengeschwätz, an dem die sogenannte „seriöse“ Presse einen ganz erheblichen Anteil hat.

Die bekannten Organe der Plappermäulchen hingegen wollten dieser Tage wissen, wie man „Nur-Freunschaften“ zu Frauen „vermeiden“ könne. Na, dann vermeidet mal schön, Jungs – ihr werdet schon sehen, was ihr davon habt.

Ich habe übrigens mal wieder Grundsätzliches zum Heiratswunsch zu sagen gehabt: Es gibt sie noch, die Damen mit Torschlusspanik, und sie nerven weiterhin. Da hilft nur eines: Systematisches Ignorieren und sich ruhig vorwerfen lassen, dass man ja nicht „wirklich eine Partnerin sucht“. Irgendwie werden Männer wohl noch selber entscheiden dürfen, wen sie für was suchen, oder etwa nicht?

Wer wirklich heiraten will, der sollte sich übrigens keinen „Traumpartner“ backen wollen, sondern mal in die ganz gewöhnlichen Bäckerbrötchen beißen. Es gibt in der Branche kein Thema, das mir so auf den Keks geht wie das Teenagergeblubber um Traummänner und Traumfrauen. In sofern trete ich jederzeit für die Leute ein, die sagen: Mensch, schick deine Träume in die Mauser und guck mal, dass du endlich an den Mann oder an die Frau kommst. Übrigens sagen mehr und mehr Leute: „Fang dir jemanden, und dann heirate ihn“. Das kann man auch mit anderen Worten sagen: Die angeblichen Leckermäulchen, die zu jedem Partner „ja, aber …“ sagen, sollten mal zu einer neuen Philosophie konvertieren, und die heißt „warum denn eigentlich nicht?“ Tun sie das nicht, werden sie in ein paar Jahren Frustbeutel sein, die „keinen(n) abgekriegt haben“. Irgendwie habe ich immer noch den Eindruck, dass jedes Aschenbrödel glaubt, es wäre eine Prinzessin, und da kann ich nur sagen: Wachet auf, Aschenbrödel dieser Erde, sonst zählt ihr weiter Erbsen ab und flirtet mit Tauben, statt mit Prinzen. Falls Sie, liebe Leserin, meinen, dass ich zu drastisch bin: Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben – meine Worte strafen niemanden. Sie mahnen höchstens, und das ist bitter nötig. Für diejenigen von euch Männlein, die noch auf die Traumfrau hoffen: geht meinetwegen ins Kino und guckt sie euch dort an.

Übrigens gibt es offenbar für diejenigen, die ihren Horizont nach weiter ausdehnen wollen, inzwischen auch Bi-Kontakte bei einem Casual Dating-Dienst, und – bevor ich dies vergesse zu erwähnen, auch noch eine weitere Meldung aus der Dominikanischen Republik.

In der Branche gab es mehrere Personalien, zu denen ich nun wirklich wenig sagen kann – immerhin: Das Dating Cafe hat einen neuen Geschäftsführer – er heißt Björn Walter und ist ein unbeschriebenes Blatt in der Branche. Mal sehen, welche Ideen er für das Dating Cafe umsetzen kann.

Vielleicht droht uns noch, dass wir Menschen dabei beobachten müssen, wie sie im Dunkeln munkeln. „Dating in the Dark“ soll das Format heißen und es ist ebenso scheußlich wie langweilig. Hoffen wir mal, dass so etwas nie für Deutschland produziert wird. Ja richtig – und aus der Sparte „Humor“ schwappt noch ein Gerücht über Frauen herüber.

Ăśbrigens: Haben Sie schon Werbung auf Liebepur? Oder auf der Liebeszeitung?

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Geschrieben von Gebhard Roese

16.04.2010 um 16:52:55

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Pornos, Jugend und Forscher – nichts als Spekulationen

Pornos und Jugend macht sich immer gut in Überschriften – und also titelte die WELT heute: „Trotz Pornos im Netz – Teenies haben weniger Sex“, doch keine zwei Sätze weiter lesen wir dann „Jungen stehen im Bett unter Leistungsdruck, Mädchen eifern einem Ideal nach. Vielleicht hat die Jugend deshalb weniger Sex als früher", was letztlich der Aussage entsprechen würde: „Wegen Pornos haben Teenies weniger Sex“, und siehe da, zu diesem Ergebnis kamen dann auch die Forscher:

Die (Forscher kommen zu) … dem Schluss, dass der vor allem bei Jungen verbreitete Konsum von Internet-Pornos negative Folgen haben kann. Jungen sehen sich beim Sex unter Leistungsdruck, während junge Frauen einem übertriebenen Schönheitsideal nacheifern.


Das fragt sich natürlich, warum die Forscher ausgerechnet die Pornografie verdächtigen, für den „Leistungsdruck“ und das „Schönheitsideal“ verantwortlich zu sein – warum eigentlich nicht das Vorabendprogramm?

Es ist entnervend, wieso immer wieder ein Zusammenhang zwischen Jugend und Pornografie hergestellt wird – so, als ob die Märchenstunden der Seifenopern im Vorabend- und Abendprogramm der Fernsehsender keine Schuld an Leistungsdruck und Schlankheitswahn hätten. Dabei ist beinahe peinlich, wie schön sich das Fernsehen immer ins rechte Licht setzen kann, während man unterschwellig für das Internet eine Zensur vorschlägt. Im WELT-Artikel heißt es deutlich: „Mit den drohenden negativen Folgen gehen Jugendliche nach Einschätzung befragter Experten leichtfertig um“ – was an sich schon verwundert, denn wie kann man die „drohenden Folgen“ schon beim Ansehen der Pornografie postulieren? Und welche Folgen drohen denn nun überhaupt? Etwa durch die „sexuellen Muster“, die „möglicherweise im Gehirn einprogrammiert“ werden? Diese Aussagen sind derart lachhaft, dass man nur den Kopf schütteln kann. Von Forschern erwartet das Volk Beweise und keine Spekulationen.

Doch noch mehr verwundert, dass gleich eine Umfrage mitgeliefert wird: „Sollte Pornos im Internet verboten werden?“ Immerhin erwies sich ein großer Prozentsatz der Befragten als resistent gegen Beeinflussung durch Forscher: Man votierte mehrheitlich mit „nein“.

Zitate: WELT

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Geschrieben von Gebhard Roese

14.04.2010 um 18:19:28

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Das erste Mal – schlimm für Frauen?

Der SPIEGEL veröffentlichte gerade einige Auszüge aus dem Buch "Sex, Liebe oder was? - Jungen und Mädchen erzählen von ihrem ersten Mal“ von Jutta Vey. Nichts gegen Frau Vey und nichts gegen das Buch: aber wirklich schlauer geworden über die Gefühle der Jungen und Mädchen, die darin geschildert werden, bin ich zumindest aus den im SPIEGEL veröffentlichten Auszügen nicht. Ein paar dahingeplapperte Geschichten, die teils einen dramatischen Hintergrund haben. Der wird uns zwar mitgeteilt, aber eben nicht übermittelt – alles liest sich wie ein Bericht über die Verkehrslage auf der A3.

Abgesehen davon: Nicht nur Mädchen habe ihr „erstes Mal“ – Jungen auch. Es war sicher zu erwarten, dass man von ihnen noch viel weniger erfahren würde als von den Mädchen, aber dennoch: Die Welt gehört nicht nur den Frauen, und nicht nur sie sind verwirrt und verängstigt, wenn es um das „berühmte“ erste Mal geht – denn eigentlich gibt es in der Liebe viele erste Male.

Auf Amazon gab es – wie zu erwarten war – fast nur positive Kritiken des Buches – doch eines fällt bei vielen Rezensionen auf: Man hört förmlich die Erleichterung aus den Zeilen heraus, dass “unsere Jugend gar nicht so schlimm ist“ wie sie in manchen Medien dargestellt wird. Na klar, was dachten denn Sie? Haben Sie etwa das dümmliche Geschwätz von der „Generation Porno“ geglaubt, das Ihnen sensationslüsterne Journalisten ins Nest gelegt haben?

Es mag übrigens durchaus sein, dass die Jugendlichen, mit denen Frau Vey gesprochen hat, ihre wirklichen Gefühle noch gar nicht schildern konnten – sie waren auch zum Zeitpunkt der Interviews noch viel zu befangen vom Erlebnishunger der Jugend, und dies entspricht ganz der These, die ich auch hier vertrete: Mit unter 20 Jahren kann man Sex haben, verliebt sein und erproben, mit Verantwortung umzugehen. Aber die Kunst, in Körper, Geist und Seele zu lieben und dabei mit seiner ganzen Person dahinterzustehen, wird zumeist erst von Menschen ab 25 beherrscht - wenn nicht erst viel später.

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Geschrieben von Gebhard Roese

13.04.2010 um 12:37:10

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