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Sind Männer Kommunikationskrüppel?

Man kann nur hoffen, dass bei Frauen nicht irgendwelche Gehirnzentren durch Östrogenstöße blockiert werden – denn wie sonst könnten Frauen sonst über diese Behauptung lachen: „Durch den Testosteronstoß schrumpfen die Zentren für Kommunikation“?

Nun muss man so etwas ja nicht unbedingt nachrecherchieren, wenn man bei einer deutschen Zeitung Lokalredakteurin ist, aber es handelt sich dabei im Moment lediglich um eine Behauptung der US-amerikanischen Neuropsychologin Louann Brizendine, die diese in Buchform veröffentlicht hat und die ansonsten bislang kaum Bedeutung erlangt hat. Die These ist unter Linguisten und Kommunikationswissenschaftler höchst umstritten und gilt gegenwärtig als wissenschaftlich nicht relevant.


Das umstrittene Buch
Kommunikationswissenschaftlern und Fachleuten für menschliche Kommunikation sträuben sich normalerweise die Haare, wenn sie hören, dass „Kommunikation“ mit neurobiologischen Grundlagen erklärt werden soll. Die Begründung dafür ist einfach: Kommunikation ist ein sehr komplizierter, an Zeichen gebundener dynamsicher Prozess ist, der „statisch“ gar nicht beurteilt werden kann. Insofern müssen die Erkenntnisse von Frau Brizendine, selbst falls der neurologische Teil stimmen sollte, als Irreführungen angesehen werden.

Eine der Behauptungen, die noch in diesem WELT-Interview wiederholt wurden, musste inzwischen wegen Unwissenschaftlichkeit sogar zurückgenommen werden.

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Geschrieben von Gebhard Roese

15.03.2010 um 12:14:00

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Männer lügen, Frauen auch, aber es ist alles nicht schlimm

Die Wissenschaft hat mal wieder etwas festgestellt – was es ist, wissen wir nicht genau, und wie sie es gemacht haben, auch nicht. Jedenfalls behauptet ein Forscherteam aus Kansas (USA) unter der Leitung eines Professors Jeffrey Hall, 5.000 nicht näher definierte Profile irgendeiner (ebenfalls ungenannten) Singlebörse durchgeflöht zu haben. Dabei hat man dann (jetzt bitte einen Tusch, liebe Kapelle) ein richtig dickes weißes Kaninchen aus dem Hut gezogen: Männer lügen beim Profil und Frauen auch. Allerdings sind Männer die größeren Lügner, weil sie sogar (man höre) über ihre Absichten lügen, während Frauen hauptsächlich über ihr Gewicht lügen würden.

So – und nun kommt noch die Packung Gummibärchen für alle, die trotz alledem nicht davon abzubringen sind, für Online-Dating zu werben, so wie wir: Verglichen mit der im Internet offenbar üblichen Lügenquote würde bei Partnersuchenden noch vergleichsweise wenig gelogen.

Quelle vorhanden in Deutsch und in Englisch.

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Geschrieben von Gebhard Roese

04.03.2010 um 17:59:43

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Asexuell – lohnt es sich, öffentlich zu werden?

Der Begriff „asexuell“ ist weder eindeutig definiert worden noch weiß man um die möglichen Ursachen, warum sich Menschen selbst als „asexuelle“ einstufen. Dies tun angeblich gegen ein Prozent der Bevölkerung, wobei völlig unklar ist, welche Kriterien sie dabei zugrunde legen.

Ob man auf diese schwachen Tatsachen eine Theorie aufbauen kann? Natürlich nicht, und weil sich jeder Wissenschaftler weigern würde, dies zu tun, versuchen es private Organisationen. Doch auch dadurch wird alles nicht unbedingt transparenter, denn sogleich ergeben sich Fragen wie: Kann man Asexualität behandeln oder gar heilen? Oder viel pragmatischer: „Kann eine asexuelle Frau schwanger werden“? Und wenn sie schwanger ist, ist sie dann wirklich asexuell?

Es scheint mir, als würde hier wieder eine neue Baustelle aufgebaut, die vor allem nach Öffentlichkeit sucht, und ich sehe hier durchaus Parallelen zu anderen angeblichen Trends wie etwa der Polyamorie.

Doch die Frage ist: Warum sucht man die Öffentlichkeit? Was kann die Öffentlichkeit eigentlich bewirken? Kein Gesetz dieser Erde verbietet Asexuellen, zu heiraten - also gilt für sie nicht der gleiche Kampf wie für Homo-Paare. Gerade lese ich in einer Pressemitteilung, dass man „Asexualität eindeutig und ausschließlich als Abwesenheit von sexuellem Verlangen“ definieren solle. Doch hier ist es wie mit allen Definitionen: Viele Menschen wollen sich gar nicht in erster Linie als irgendetwas definieren lassen, was mit ihrer sexuellen Ausrichtung tu tun hat – und da fragt man sich natürlich dann: Warum sollten sie es auch? Man ist nicht in erster Linie Lesbe, Schwuler, Flagellant oder Lederfetischist, sondern Schriftstellerin, Architekt, Sozialarbeiterin oder Lagerist - falls man sich nicht über etwas ganz anderes definiert.

Was meinen Sie?

Vergleichen Sie bitte auch Wikipedia. Sie finden dort die inoffizielle Typisierung der Asexualität.

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Geschrieben von Gebhard Roese

04.03.2010 um 14:53:29

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Hoher IQ – weniger Neigung zum Seitensprung?

Die Meldung, dass ein hoher IQ bei Männern die Neigung zum Seitensprung verringert, ist natürlich nicht ganz so attraktiv wie die Meldung, dass Atheistin oder Liberale den höheren IQ gegenüber Kirchgängern und Konservativen haben.

Tatsächlich hatte eine gewisse Satoshi Kanazawa von der „London School of Economics and Political Science“ herausgefunden, dass sehr junge Leute, die sich als „in keiner Weise religiös“ bezeichneten, einen IQ von 103 hatten, während „sehr religiöse“ junge Leute einen IQ von 97 aufwiesen. Es handelte sich übrigens um US-amerikanische Jugendliche, die beforscht wurden.

Die Thesen von Frau Kanazawa sind selbstverständlich umstritten – besonders was ihre Aussagen über die Religiosität betreffen. Aber es ist eben viel einfacher für die Boulevardpresse, aus der Studie die Seitensprünge herausgreifen und für „bildungsferne Kreise“ zu schreiben: „Männer, die ihre Frauen betrügen, sind dumm.“

Grinsen musste ich dann doch wieder einmal, als ich den O-Ton der Wissenschaftlerin las: „Die Treue gegenüber einem Partner wurde erst im Laufe der Evolutionsgeschichte aufgewertet.“ Klar: „Im Laufe der Evolutionsgeschichte“. Fragt sich nur, warum die Feudalherren zu Moses Zeiten (oder gehört das etwa noch zur „Evolutionsgeschichte“?) jede beliebige Leibeigene aus ihrem Besitz beschlafen duften. Oder waren die nun auch alle doof?

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Geschrieben von Gebhard Roese

02.03.2010 um 16:32:11

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Wie gefährlich ist Gelegenheitssex?

Wenn Gelegenheitssex für die Jugend psychisch gefährdend wäre, dann wären wir vermutlich in Kürze ein Volk von Gemütskranken. Insofern verwundert die Studie kaum, die jetzt Marla Eisenberg von der Universität Minnesota an 1300 sexaktiven jungen US-Amerikanern durchgeführt hat. Demnach konnte die Dame keine großen Differenzen zwischen Leuten finden, die an verschiedenen Lustblüten naschen, also „Casual Sex“ haben und solchen, die eine ständige Partnerschaft bevorzugten. Die Studie untersuchte allerdings nur die psychische Gesundheit – denn Bakterien und Viren verbreiten sich bei ungeschütztem Sex weiterhin in Windeseile.

Übrigens könnte es sein, dass die Befragten den Forschern die Hucke vollgelogen haben, als sie angaben, in festen Beziehungen zu leben –aber es ist ja nicht unüblich, dass man Forschern das Märchen von der sexuell tugendhaften Person auftischt – wer will sich schon gegenüber der Forschung als Schlampe oder Gigolo outen?

Nachtrag: Meine Quelle war ein wenig unvollständig - bitte lesen Sie die Original-Pressemitteilung der Universität.

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Geschrieben von Gebhard Roese

23.02.2010 um 14:07:18

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