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September '10



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Dating mit Einladungs- und Pfandgebühren?

Mir ist eine Pressemitteilung vom 15. August dieses Jahres in die Hände gefallen, die ich zuvor kaum beachtet hätte. Darin heißt es:

Seitdem die Flirt-Portale zum boomenden Tummelplatz der Harmonie suchenden wurden, hat der Schein das Sein fest in der Zange.


Die Mitteilung wurde von der Agentur „nexxt level“ im Auftrag der Luxing GmbH erstellt, von der ich bisher nichts gehört hatte, und, wie in Pressemitteilungen üblich, wurde ein neues Produkt vorgestellt: „PayMyDate®“ , und wenn derartige Behauptungen aufgestellt werden, dann werde ich schnell hellhörig.

Zur Werbung wird dabei die offenbar Annahme benutzt, dass Partnersuchende bei vielen Dates über konventionelle Singlebörsen enttäuscht würden. Man behauptet in der Pressemitteilung weiter, ein „völlig neues Konzept“ der Partnersuche gefunden zu haben, das „verbindlich, seriös und vor allem schnell und ergebnisorientiert funktionieren kann“. Nun „kann“ jede Partnersuche auf diese Art funktionieren – also was ist denn nun die Attraktion daran?

Ich lesen und staune:

Ganz einfach: Für jede zugesagte Einladung zum Date hinterlegt der Einladende bei PayMyDate®“ ein Liebes-Pfand, welches nur dann eingelöst wird, wenn das Treffen tatsächlich stattfindet.


Wenn das Treffen tatsächlich stattfindet?

Da muss ich doch mal nachdenken: Also, wenn ich meine Blind Dates der wilden Jahre so zusammenzähle, dann komme ich auf eine ganz hübsche Anzahl im zweistelligen Bereich. Versetzt worden (das bedeutet doch wohl, dass ein Date nicht stattgefunden hat?) bin ich ein einziges Mal – und dazu sollte ich vielleicht noch sagen: Hätten wir beide damals ein Handy gehabt, so wäre auch dies nicht passiert.

Da muss ich in der Pressemitteilung doch noch einmal nachlesen:

Damit führt PayMyDate® als erste Dating-Plattform das Beste beider Welten in einer aufsehenerregenden Innovation zusammen: die Vielfalt der Internet-Liebeshungrigen und die Verbindlichkeit der realen Welt. Verlieben Sie sich also lieber bei einem realen Date, statt virtuell zu träumen.


Nun – ich habe mich inzwischen durch die Pressemitteilung, zwei zusätzliche Dokumente und eine Preistabelle gewühlt, und am Ende zunächst einen falschen Schluss gezogen, der aus diesem Teil der Pressemitteilung resultiert und der sich aus meinem Selbstverständnis von "Einlösen" ergibt. Hier noch mal das Zitat: "Für jede zugesagte Einladung zum Date hinterlegt der Einladende bei PayMyDate ein Liebes-Pfand, welches nur dann eingelöst wird, wenn das Treffen tatsächlich stattfindet. "Ein Pfand einlösen" bedeutet aber für mich, dass man das Pfand zurückbekommt und nicht, dass man es verliert. Insofern war meine Beschreibung einer "Pönale", also einer Strafe für das Nichterscheinen beim Date, offenbar falsch.

Jedenfalls gibt es „Einladende“ und „Eingeladene“. Der Einladende hinterlegt sozusagen eine „Pfand“ von 50 Euro als Garantie für das Date, der Eingeladene zahlt 15 Euro, wenn er das Date annimmt und verfügt damit über das Pfand - für mich weder logisch noch nachvollziehbar.

Ob man wirklich solche Bedingungen braucht, um ein Date wahrzunehmen? Wenn ich jemanden „einlade“, und er die Einladung „annimmt“, dann kommt das Date nach meiner bescheidenen Meinung ohnehin zustande. Warten wir einmal ab, welcher Personenkreis sich von den Werbeaussagen angesprochen fühlt.

Anmerkung: Alle Preisangaben beruhen auf Unterlagen des Anbieters PayMyDate® und sie werden hier ohne Gewähr veröffentlicht. Der Anbieter bezeichnet sein Verfahren auch als „Dating Pledge“. Ein Dating Pledge ist allerdings ein Gelübde. Der von uns verwendete Begriff „Pönale“ bezeichnet eine Strafgebühr, die bei Nichterfüllung einer Leistung fällig wird. Zitate aus der Pressemitteilung des Anbieters vom 15. August dieses Jahres.

Zweite Anmerkung: Dieser Artikel enthält ein Update vom 02. September 2010, um den entstandenen Irrtum zu korrigieren, der allerdings zum größten Teil auf der missverständlichen Pressemitteilung beruht.

Mit 4 Kommentaren

Geschrieben von Gebhard Roese

01.09.2010 um 09:40:47

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Die Krise ist für alles verantwortlich – wer sonst?

verdammt krise - nur noch schmampus und klickergeld


Die Anzahl der Menschen, die eine ernste Partnerschaft anstreben, steigt möglicherweise. Die Urheber von Meldungen, dass Online-Partnervermittlungen einen starken Zulauf haben, nehmen dies jedenfalls an.

Nun klingt dies plausibel, nicht wahr? Wenn die Online-Partnervermittlungen mehr Zulauf haben, müssen sich mehr Menschen für Beziehungen interessieren, das meinen Sie doch auch?

Abgenickt? Dann sind Sie hereingefallen. Warum die Menschen nun mehr und mehr zu Online-Partnervermittlern gehen, kann andere Gründe haben: Modetrends, Zeitmangel, aggressive Werbung der Unternehmen, Verlagerungen in der Bevölkerungsstruktur – das wären nur einige Gründe. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen „ernsthafter Partnersuche“ und „Online-Partnervermittlungen“ ist konstruiert.

Der nächste Schritt wäre dann, eine Behauptung auf die Behauptung aufzusetzen: Wenn immer mehr Menschen eine feste Partnerschaft durch Partnervermittlung online suchen, dann kann es dafür nur einen Grund geben: die Krise. Mal heißt sie Finanz-, dann wieder Wirtschaftskrise, und sie ist offenbar gut für alles: von Depressionen über die Partnersuche bis hin zu Ehescheidungen.

Oh, welche Krise denn nun, bitte schön? Haben wir in der Bundesrepublik Deutschland wirklich eine Krise, die die Menschen gegenwärtig erschüttert? Ja, wir hatten Angst vor dem Zusammenbruch der Banken und vor dem Schwinden des Geldwertes. Diese angebliche Angst haben mir Menschen allerdings bereits 2005 berichtet, als die „soziale Kälte“ angeblich so groß wurde, dass die Menschen in Beziehungen flohen.

Die Krise? Diese Krise, von der die meisten Menschen fast gar nichts bemerkt haben? Diese Krise, die angeblich allgegenwärtig ist, obwohl es bereits wieder viele Berufe gibt, in denen Mangel herrscht? Diese Krise, in der Zehntausende Menschen ihre Ehen willkürlich gefährden, indem sie Seitensprünge wagen? Diese Krise, in der einem großen Teil der Damenwelt (und vielen Herren, zugegeben) kein Partner gut genug ist?

Es mag sein, dass die Menschen, die von „der Krise“ betroffen sind, nicht die Menschen sind, die ich soeben erwähnt habe. Aber die Menschen, denen es wirklich und wahrhaftig schlecht geht, suchen auch nicht wie irrsinnig nach Partnern, sondern bringen erst einmal ihr eigenes Leben in Ordnung.

Die Krise, ach, die Krise. Nun bringt sie angeblich auch Scheidungen hervor, und die Krönung ist: Sie würde Scheidungen hervorbringen, aber sie tut es nicht, weil nach der Scheidung die Armut droht.

Zitat aus dem be2 Blog:

Trotz allem sinken die Scheidungsraten, ganz einfach, weil viele Paare sich keine Scheidung leisten können! Auch wenn beide Partner die Beziehung am Liebsten beenden würden, scheuen sie die Kosten getrennter Haushalte.


Ja, ich begreife: Die Krise ist so groß, dass wir uns nicht einmal mehr alle komfortabel scheiden lassen können.

Ach, die Krise: Sie ist wirklich ein wundervoller Buhmann, nicht wahr? Was würden wir eigentlich tun, wenn wir sie nicht hätten?

Bild: © 2007 by yeah chià!

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Geschrieben von Gebhard Roese

01.09.2010 um 07:39:44

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Wir haben was gegen Zicken

wir haben was gegen zicken und geile böcke


Wir haben etwas gegen Begegnungen mit Zicken und geilen Böcken: die Liebepur berät telefonisch – kostenlos und ohne jede Verpflichtung, und zwar vom ersten bis 15. September 2010. Wenn Sie also mit unserem Redakteur sprechen wollen: Bitte schön. Wir rufen Sie an, wenn Sie uns eine Email mit Ihrer Telefon-Nummer schicken (nur Festnetzleitungen mit normalen Städtevorwahlen). Bitte vergessen Sie nicht, die Zeiten anzugeben, zu denen Sie erreichbar sind. Es kann vorkommen, dass Sie auf unseren Anruf bis zu drei Werktagen warten müssen –also bitte nicht zwei Stunden vor dem Blind Date mailen.

Bild: © August 2010 by sehpferd, budapest

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Geschrieben von Gebhard Roese

01.09.2010 um 07:18:00

Abgelegt in internet-dating

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Pheromone bei Menschen vermutlich unwirksam

Pheromone sind beim Menschen so gut wie unwirksam und deshalb für die Partnerwahl nicht relevant – dies ist jedenfalls die Meinung des Geruchsforschers Professor Dr. Gerhard Buchbauer von der Universität Wien.

Obgleich nach Auskunft des Professors zweifelsfrei feststeht, dass bestimmt „Düfte unsere Entscheidungen beeinflussen“, wenn es um die Partnerwahl ginge, schränkte er jedoch ein:

Das bedeutet aber nicht, dass wir Opfer dieser oft unbewussten Wahrnehmung sind. Anders als bei Tieren bleibt beim Menschen immer der Wille der dominierende Faktor.


Damit dürften die inzwischen sattsam bekannten unausgegorenen Theorien vom Tisch sein, dass man allein mit Hilfe von Geruchsproben eine Übereinstimmung der Partner feststellen könne. Nur, wenn die übrigen Voraussetzungen für eine Partnerschaft auch stimmen würden, und man vor allem nicht abgelenkt sei durch andere Faktoren, „dann können Düfte Interesse wecken und auch in der Partnerwahl den Ausschlag geben.“

Gelesen haben wir den interessanten Artikel in „Nachrichten.at“

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Geschrieben von Gebhard Roese

31.08.2010 um 16:47:53

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Hilfe für Menschen ab 50 bei der Partnersuche

Eigentlich kann ich gar nichts anders tun, als Katrin Bebensee alles Gute zu wünschen – sie hat nämlich vor, älteren Menschen das Dating per Internet schmackhaft zu machen. Nur: Wenn ich in einem Artikel, der sich an „Menschen über 50“ wendet, neun Mal das Worten „Senioren“ lese, dann fällt mir doch wahrhaftig die Schottenmütze vom Kopf, was gar nicht so leicht ist, wie Träger von Schottenmützen wissen.

Offenbaren bestehen noch große Vorbehalte, den Wunsch nach einer Partnerschaft im Internet zu thematisieren.


Ihre ersten Erfahrungen machte Frau Bebensen bereits: Es bestünden offenbar größere Vorbehalte, den Wunsch nach einer Partnerschaft im Internet zu thematisieren, schrieb die „Süddeutsche Zeitung“.

Ich kann aus eigener Anschauung leider nur sagen, dass die wenigsten Menschen (ich rede nicht von Senioren) Rat suchen, wenn sie bei der Partnersuche immer wieder stolpern. Es ist eben so: jeder fühlt sich für sein Leben solange kompetent, bis die eigene Unzulänglichkeit offenkundig wird – und selbst dann wird die eigene Verantwortung oft noch verdrängt.

Hoffen wir, dass die vielen Menschen, denen man dabei helfen könnte, doch noch den Weg finden, sich beraten zu lassen.

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Geschrieben von Gebhard Roese

31.08.2010 um 15:47:03

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