Zufall bei der Partnersuche – des Romantikers Lieblingsthema

Geschrieben von Gebhard Roese • Mittwoch, 11. April 2012 • Kategorie: datingratgeber
Denkfehler: Zufälle
Zufällen haftet etwas Magisches an – so denkt jedenfalls der Volksmund – und er hätte nur allzu gerne, dass sich unser Schicksal bei uns zufällig meldet – selbstverständlich nur das gütige Schicksal.

Zufälle sind – lassen Sie es mich kurz und bündig sagen, sehr unwahrscheinlich, aber sie kommen vor. Das ist das Beste, was man über sie sagen kann, oder: „Es ist nicht überraschend, wenn sie vorkommen. Überraschender wäre es, wenn sie nie stattfänden.“

Auf den Zufall hoffen - nein, danke

Die Frage ist, ob wir auf den Zufall hoffen sollen. Ein Glückspilz hat einmal geschrieben „Wir glauben nicht an Wunder – wir verlassen uns darauf“. Über Glückspilze und Pechvögel ließe sich noch viel schreiben, aber hier nur soviel: Ganz zufällig haben Glückspilze ihr Glück nicht gepachtet – die meisten haben ein bisschen nachgeholfen.

Reden wir noch einen Moment vom Zufall: Millionen Menschen spielen Lotto – und die meisten sind niemals auch nur in die Nähe des Hauptgewinns gekommen. Trotzdem spielen sie weiter, und weiter, und weiter. Sie glauben weder an den Zufall noch verlassen sie sich auf Wunder – sie wollen nur mit dabei sein, falls Manna vom Himmel fällt, was sehr unwahrscheinlich ist.

Problemfall Zufall - meist wird der Zufall herbeigelogen

Der „Zufall“ ist ein Problemfall beim Kennenlernen. Mir erzählen immer wieder Menschen, sie hätten sich „per Zufall“ kennengelernt. Zumeist ist dies Blödsinn. Wer jemandem im Flugzeug kennenlernt, muss schon ziemlich oft mit seinen Mitpassagieren plauschen, muss neugierig auf die sein. Zehntausende von Paaren, die sagen, sie hätten sich „zufällig“ kennengelernt, haben in Wahrheit Orte aufgesucht, an denen so etwas kaum ausbleiben kann: Tanzveranstaltung, zum Beispiel.

Der organisierte Zufall - ein üblicher Trick

Wer als Partnersuchender positive Zufälle erleben will, muss die „Gegenden“ kennen, in denen solche Zufälle oft vorkommen – oder er muss sich eine Lebenswelt schaffen, in der Zufälle zu ganz alltäglichen Ereignissen werden.

Organisierte Zufälle hat sich gerade die Wachturmgesellschaft einfallen lassen: Sie fragt Passanten nach einer bestimmten Straße, die an sich sehr bekannt ist. Beschreibt man ihnen den Weg, so drücken Sie einem „als Dank“ den „Wachturm“ in die Hand. Nehmen wir an, Sie wären eine Frau und würden einen Partner suchen: Wenn sie ständig gezielt „ledig aussehende“ Männer um Rat fragen würden, dann würde unter diesen „zufälligerweise“ sicherlich auch ein Mann sein, der zu Ihnen passt – aber es war eben kein Zufall, ihn kennenzulernen.

Wie der Zufall romantisiert wird

Zufälle sind des Romantikers Lieblingsthema. Immer wieder sehen oder hören wir Berichte von merkwürdigsten Zufällen, unter denen Menschen einander begegnet sind. Sie dürfen ganz sicher sein: Hätten diese Menschen nur daheim auf der Couch gesessen, dann wären sie einander bis heute nicht begegnet. Das „Romantische“ an den angeblich zufälligen Begegnungen ist die Rückschau: Dann und dort hätte ich diese Person nicht erwartet. Das bedeute aber keinesfalls, dass ich nicht ein paar Dutzend Möglichkeiten gehabt hätte, eine solche Person zu treffen. Es ist eben die eine, die im Netz der Zufallsbegegnungen hängen blieb.

Zum Schluss ein weiteres Beispiel: Eine Kreditbearbeiterin trifft viele Menschen – gewiss nicht aus Zufall. Sie folgt den Anweisungen der Bank, niemals mit Kreditkunden auszugehen, doch eines Tages trifft sie einen Interessenten, den sie beraten hat, auf einer Vernissage. Das ist kein Zufall, sondern eine Folge davon, viele Menschen zu kennen.

Wenn Sie auf Zufälle hoffen: Sehen Sie sich Ihren Erfolg bei der Lotterie an, und dann projizieren Sie dies auf die Partnerwahl. „Per Zufall“ läuft da gar nichts.

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dating experte

Was ist eigentlich Dating? Was ist eigentlich "Dating"? Sie wollen es genau wissen? Dann sind Sie hier goldrichtig. Unser Autor und Dating-Experte Gebhard Roese erläutert Ihnen den Begriff.

Erfahrung zählt: der Dating-Experte
Dating ist eine aus dem englischen Sprachbereich stammende Bezeichnung, die aus dem Begriff des "Dates", also der Verabredung, abgeleitet wurde. Mit einem Date bezeichnet man im Englischen zunächst jede Art von Treffen. Im US-amerikanischen Sprachgebrauch wird das Wort "Dating" oft als das Treffen eines Paares zum gegenseitigen Kennenlernen benutzt. In den USA wurde das Zusammentreffen von Frauen und Männern in eine ganze Dating-Kultur verwandelt, die bis in die heutige Zeit nach festen Regeln abläuft. Allerdings halten sich die Bewohner von modernen Metropolen wie zum Beispiel New York immer weniger an die überkommenen Regeln.

Das Wort „Dating“ wurde in den deutschen Sprachgebrauch übernommen, wo es ausschließlich für das Treffen eines Paares zum Kennenlernen verwendet wird.

Dating in Deutsch

Das deutsche Wort für den Prozess des "Datings" ist die Partnersuche, für ein einzelnes Date sagt man "ein Treffen". Nach neuester Definition im Duden ist Dating im Deutschen immer das Verabreden mit wechselnden Partnern. Der Duden lässt offen, zu welchem Zweck solche Verabredungen stattfinden.

Man unterscheidet mittlerweile verschiedene Arten von Dating. Im nächsten Absatz werden zunächst zwei Arten nach der Vorgehensweise unterschieden.

Paralleldating oder Seriendating?

- Paralleldating ist eine Art, die aus den USA kommt und besagt, dass man sich parallel mit unterschiedlichen Partnern trifft. Es dürfen nach US-Vorstellung aber nicht zu viele sein und man sollte während des Parallel-Datings noch keinen Sex mit ihnen haben.
- Serielles Dating ist die in Europa übliche Art, eine Weile zuerproben, on man auch langfristig zueinanderpasst – oder wieder auseinanderzugehen, wenn sie sich keine dauerhafte Harmonie einstellt.

Neuer Begriff: Downdating

Downdating ist eine Sonderform der Partnersuche. Dabei entscheidet man sich bewusst, einen Partner auf der nächstniedrigeren sozialen/gesellschaftlichen/finanziellen Ebene zu suchen. Diese Art der Partnersuche entsteht überall dort, wo der Anteil weiblicher Akademiker am Partnermarkt zunimmt.

Dating nach dem Medium

Online-Dating oder Internet-Dating bezeichnet die Art, über das Medium „Internet“ zusammenzukommen. Alle anderen Dating-Formen heißen seither „Offline-Dating“ oder einfach nur „Dating“. Das deutsche Wort „Partnersuche“ ist hier allerdings bei Weitem aussagefähiger. Außerdem bezeichnen die Begriffe „Proximity Dating“, „Speed Dating“ und „Social Dating“ besondere Arten, die man mit den Medien oder Lokationen verbindet. Dabei ist:

- Speed Dating eine Veranstaltung „im richtigen Leben“, bei der sich mehrere interessierte Singles vorstellen – in der Regel hat man etwa sieben Minuten dazu Zeit.
- Proximity Dating ist Dating per Handy (Mobiltelefon), bei dem man den Ort, an dem sich der Partner befindet, per GPS lokalisieren kann.
- Social Dating bedeutet, sich innerhalb einer Internet-Gemeinschaft, also aufgrund künstlicher sozialer Verbindungen, kennenzulernen und später zu treffen.

Dating nach dem gewünschten Erfolg

Das gewöhnliche Online-Dating oder die Partnersuche an sich sollte als Ziel haben, einen dauerhaften Partner zu finden. Es wird nicht näher bezeichnet. Früher waren Begriffe wie „Ehegesuche“ oder „Suche nach einer dauerhaften Beziehung“ üblich. Im Englischen sagte man auch „Long Term“. Im Internet sind es „Online-Partnervermittler“ oder „Online-Partneragenturen“, die dergleichen dauerhafte Beziehung stiften wollen.
Andere Datingformen, die darauf abzielen, einen Partner für „kurze Zeit“ zu finden, heißen (in Europa, in den USA ist dies geringfügig anders) „Casual Dating“ oder „Sex Dating“. „Casual Dating“ zielt in der Regel auf auf Affären (kurze Beziehungen, die von Leidenschaft geprägt sind) , Sex Dating auf ONS (einmaligen Sex).

Wenn Sie Fragen haben: Ich beantworte so gut wie alle Fragen persönlich am Telefon oder per Email.