Das erste Mal - auf dem „heißen Dating-Stuhl“

Geschrieben von Gebhard Roese • Dienstag, 3. April 2012 • Kategorie: datingratgeber
Der „heiße Stuhl“ war ein etwas fragwürdiges Verfahren der humanistischen Psychologie, innerhalb von Gruppen die Wahrhaftigkeit der Person, aber auch die Standhaftigkeit des Selbstbewusstseins zu hinterfragen.

„Eigentlich“ sollte es diesen „heißen Stuhl“ in einem Caféhaus gar nicht geben, aber dennoch gibt es drei Gründe, warum er dennoch heiß werden kann:

1. Sie selbst sind angesichts der Situation übermäßig nervös – es ist schließlich ihr erstes Mal. „Fracksausen“ nannte man das früher, und als „Prüfungsangst“ kennen auch viele Menschen dies entsetzliche Gefühl. Vielleicht hatten Sie noch nie ein Blind Date oder Ihr Blind Date liegt schon zwei Jahrzehnte zurück.
2. Ihre Dating-Partnerin (oder Ihr entsprechender Partner) beginnt eine Art „Verhör“ mit Ihnen, das heißt, er stellt bohrende Fragen an Sie oder er bezweifelt gar Ihre Antworten darauf.
3. Sie haben tatsächliche Angst vor der Aufnahme von Beziehungen und fürchten jede Situation, in denen ihnen fremde Menschen „zu nahe treten“ könnten. Sie schützen sozusagen ihre Persönlichkeit wie in einer Eierschale.

Wie gehen Sie nun damit um?

Der erste Fall – Nervosität steht Ihnen zu

Im ersten Fall ist „das Übliche“ gerade richtig: Ein bisschen vorbereitet sein, ein bisschen die Nervosität zeigen und ein bisschen überspielen, wie nervös sie sind. Der Vorteil: Wenn Ihr Partner sie in Ihrer Nervosität „auffängt“, dann wissen sie schon, dass er zumindest, dass er diese soziale Fähigkeit besitzt. Versuchen Sie zudem, drei mögliche Szenarien durchzuspielen, bevor Sie das Date beginnen:

- Den Partner höflich abzulehnen.
- Mit Beziehungsgedanken spielen und diese angemessen äußern.
- Die Situation für einen schönen Abend zu zweit nutzen.

Sie dürfen sich sicher sein, dass alle drei Szenarien in jeder Form von Blind Dates vorkommen können, unabhängig von Vorsätzen und ethischen Grundsätzen.

Der zweite Fall - Inquisition ist nicht gestattet

Wenn Ihre Partnerin oder Ihr Partner sich in die Rolle des Großinquisitor versetzen will, dann müssen Sie ihn in seinem Rollenverständnis korrigieren. Es könnte sein, dass er sie aus Nervosität oder aus Kommunikationsschwächen mit Fragen „löchert“. Versuchen Sie, ihn höchstens zwei Mal darauf hinzuweisen, dass Ihnen die Rolle, in der sie selbst sind, nicht gefällt. Da erste Mal können Sie dabei versuchen, das Gespräch zu wenden (Metakommunikation, selbst offene Fragen stellen) – wenn die Inquisition allerdings fortgesetzt wird, dürfen Sie gerne deutlicher werden - verlassen Sie Ihr Date vorzeitig und sagen Sie kühl, aber bestimmt, dass sie offenbar nicht die Person wären, die der Andere zu treffen gehofft hatte.

Der dritte Fall – Angst vor Persönlichkeitsverletzungen

Die ist sozusagen die Umkehrung der Inquisition: Sie vermuten hinter jeder persönlichen Frage, so harmlos oder offen sie auch sein mag, einen Eingriff in Ihre Persönlichkeit. Sie haben vielleicht gelesen, dass Sie niemals etwas von ihrer Persönlichkeit preisgeben sollten, und sie handeln danach. Leider führt dieser Weg in die Irre: Kennenlernen bedeutet, sich einander vorsichtig zu öffnen. In bestimmten Kreisen der Gesellschaft gehören die dabei verwendeten Verfahren zum sozialen Standardrepertoire, aber in manchen anderen sind sie so gut wie unbekannt. Mein Rat: Suchen sie in diesem Fall mindestens Freundeshilfe, im Zweifel aber auch durchaus professionelle Hilfe.

Das erste Mal – wie ein Blatt im Winde?

Ihr „erstes Mal“ in Form des Blind Dates bewältigen Sie am besten, wenn sie es wie eine „neue, erregende Erfahrung“ ansehen. Versuchen Sie, das Verhalten des Anderen, Ihr Verhalten und die Situation, in der Sie sich befinden, vom Standpunkt eines zufälligen Beobachters zu sehen – das hilft. Sie sind kein „Blatt im Winde“, wenn Sie dies nicht sein wollen.

Lesen Sie auch in der ZEIT: Partnersuche für „Absolute Beginners“

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dating experte

Was ist eigentlich Dating? Was ist eigentlich "Dating"? Sie wollen es genau wissen? Dann sind Sie hier goldrichtig. Unser Autor und Dating-Experte Gebhard Roese erläutert Ihnen den Begriff.

Erfahrung zählt: der Dating-Experte
Dating ist eine aus dem englischen Sprachbereich stammende Bezeichnung, die aus dem Begriff des "Dates", also der Verabredung, abgeleitet wurde. Mit einem Date bezeichnet man im Englischen zunächst jede Art von Treffen. Im US-amerikanischen Sprachgebrauch wird das Wort "Dating" oft als das Treffen eines Paares zum gegenseitigen Kennenlernen benutzt. In den USA wurde das Zusammentreffen von Frauen und Männern in eine ganze Dating-Kultur verwandelt, die bis in die heutige Zeit nach festen Regeln abläuft. Allerdings halten sich die Bewohner von modernen Metropolen wie zum Beispiel New York immer weniger an die überkommenen Regeln.

Das Wort „Dating“ wurde in den deutschen Sprachgebrauch übernommen, wo es ausschließlich für das Treffen eines Paares zum Kennenlernen verwendet wird.

Dating in Deutsch

Das deutsche Wort für den Prozess des "Datings" ist die Partnersuche, für ein einzelnes Date sagt man "ein Treffen". Nach neuester Definition im Duden ist Dating im Deutschen immer das Verabreden mit wechselnden Partnern. Der Duden lässt offen, zu welchem Zweck solche Verabredungen stattfinden.

Man unterscheidet mittlerweile verschiedene Arten von Dating. Im nächsten Absatz werden zunächst zwei Arten nach der Vorgehensweise unterschieden.

Paralleldating oder Seriendating?

- Paralleldating ist eine Art, die aus den USA kommt und besagt, dass man sich parallel mit unterschiedlichen Partnern trifft. Es dürfen nach US-Vorstellung aber nicht zu viele sein und man sollte während des Parallel-Datings noch keinen Sex mit ihnen haben.
- Serielles Dating ist die in Europa übliche Art, eine Weile zuerproben, on man auch langfristig zueinanderpasst – oder wieder auseinanderzugehen, wenn sie sich keine dauerhafte Harmonie einstellt.

Neuer Begriff: Downdating

Downdating ist eine Sonderform der Partnersuche. Dabei entscheidet man sich bewusst, einen Partner auf der nächstniedrigeren sozialen/gesellschaftlichen/finanziellen Ebene zu suchen. Diese Art der Partnersuche entsteht überall dort, wo der Anteil weiblicher Akademiker am Partnermarkt zunimmt.

Dating nach dem Medium

Online-Dating oder Internet-Dating bezeichnet die Art, über das Medium „Internet“ zusammenzukommen. Alle anderen Dating-Formen heißen seither „Offline-Dating“ oder einfach nur „Dating“. Das deutsche Wort „Partnersuche“ ist hier allerdings bei Weitem aussagefähiger. Außerdem bezeichnen die Begriffe „Proximity Dating“, „Speed Dating“ und „Social Dating“ besondere Arten, die man mit den Medien oder Lokationen verbindet. Dabei ist:

- Speed Dating eine Veranstaltung „im richtigen Leben“, bei der sich mehrere interessierte Singles vorstellen – in der Regel hat man etwa sieben Minuten dazu Zeit.
- Proximity Dating ist Dating per Handy (Mobiltelefon), bei dem man den Ort, an dem sich der Partner befindet, per GPS lokalisieren kann.
- Social Dating bedeutet, sich innerhalb einer Internet-Gemeinschaft, also aufgrund künstlicher sozialer Verbindungen, kennenzulernen und später zu treffen.

Dating nach dem gewünschten Erfolg

Das gewöhnliche Online-Dating oder die Partnersuche an sich sollte als Ziel haben, einen dauerhaften Partner zu finden. Es wird nicht näher bezeichnet. Früher waren Begriffe wie „Ehegesuche“ oder „Suche nach einer dauerhaften Beziehung“ üblich. Im Englischen sagte man auch „Long Term“. Im Internet sind es „Online-Partnervermittler“ oder „Online-Partneragenturen“, die dergleichen dauerhafte Beziehung stiften wollen.
Andere Datingformen, die darauf abzielen, einen Partner für „kurze Zeit“ zu finden, heißen (in Europa, in den USA ist dies geringfügig anders) „Casual Dating“ oder „Sex Dating“. „Casual Dating“ zielt in der Regel auf auf Affären (kurze Beziehungen, die von Leidenschaft geprägt sind) , Sex Dating auf ONS (einmaligen Sex).

Wenn Sie Fragen haben: Ich beantworte so gut wie alle Fragen persönlich am Telefon oder per Email.