Die Privatheit, die Zurschaustellung und die Moral-Mafia

Geschrieben von Gebhard Roese • Montag, 2. April 2012 • Kategorie: tacheles - meinungen
Die sogenannten „sozialen Netzwerke“ machen von einer Jugendmentalität Gebrauch, die man so beschreiben könnte: Alles auf eine Karte setzen bei den Affentänzchen, Affären ausbreiten, kompromittierende Fotos veröffentlichen … und noch viel mehr. Doch nicht nur dies: Da wollte man mit 18 noch Model werden und ließ sich schon mal in verführerischen Dessous fotografieren, da gab man mit 21 der Presse ein Interview, wie man auf die Titelseite einer Erotikzeitschrift kam, und alles, alles ist noch da. Nun wurde mir sogar ein Fall bekannt, in dem eine Frau Schwierigkeiten bekam, weil sie sich an der Kunstakademie und auch später noch mit aktiver Aktfotografie beschäftigt hatte – von der Pressesprecherin eines Erotik-Unternehmens, die nach einigen Jahren gar keine gewesen sein will, einmal abgesehen.

Vorbilder der Jugend sollen offenbar klinisch rein leben

Die Zurschaustellung, aber auch nur die Präsentation wird für die meisten von uns niemals bedrohlich, während sie für andere zur permanenten Bedrohung wird: für Politikerinnen und Politiker, Sportlerinnen und Sportler, Funktionärinnen und Funktionäre, Lehrerinnen und Lehrer, kurz all jene Menschen, in denen manche von uns immer noch Vorbilder sehen. Wir erinnern uns an die Hetzjagd der Presse auf Max Mosley, die aufgeblasene Empörung über den Golfer Tiger Woods, oder, sehr aktuell, um die offenbar politisch motivierte Kampagne gegen Dominique Strauss-Khan. Immer wieder werden Menschen, die nicht so leben wollen wie andere, mit Dreckschleudern beschossen. Ob sie nun Anteil daran haben oder nicht, ob die Taten verwerflich waren oder vernachlässigbar – überall gilt, dass „etwas hängen bleibt“.

Frauen werden noch verschont

Frauen wurden bisher verschont – zum Einen, weil in Journalistengehirnen die Schere schon bald angesetzt wird, sobald Frauen betroffen sind, zum Anderen aber auch, weil Frauen noch nicht durchgehend so mächtig sind, dass sie sich ihre erotischen Welten zusammenkaufen können. Falls dies dennoch geschieht, steht die Presse zumeist fassungslos vor den Abgründen der Lust – und zeigt überraschend viel Verständnis.

Die perverse Moral der "gute Bürger"

Dennoch und vielleicht gerade deshalb sollten Frauen vorsichtig sein: In jungen Jahren weiß noch niemand so recht, wohin der Weg einmal gehen wird. Damen, die als junge Frauen erotisch mutig, verrucht und schlampig galten, können zunächst alles werden – bis in der Vergangenheit gekramt wird. Dabei setzt man allerdings bereits „ganz unten“ an: Wer in seiner Jugend einmal Aktmodell war, sollte besser nicht Lehrerin werden wollen. Immer wieder nutzen beckmesserische, dummdreiste Eltern dies, um die entsprechenden Personen unter Druck zu setzen. Die dahinterstehende, perverse Moral ist beinahe unbegreiflich: Sie sagt aus, dass Nacktheit, Sinnlichkeit und Sexualität und damit das gesamte Erwachsenenleben im Grunde genommen eine Sauerei ist. Sie verlangt, dass die betroffenen Personen Musterfrauen nach dem Vorbild des 19.Jahrhunderts sein sollen. Das Gegenteil ist doch der Fall: Wer seinem Körper kennt und ihn mag, der tut nichts Böses, und wer sexuell Böses im Schilde führt, steht nicht zu sich und zu seinem Körper.

Der Zwiespalt - und keine Lösung?

Jeder moderne junge Mensch steht beute in diesem extremen Zwiespalt: Soll er sich der hinterlistigen Moral-Mafia aus dem Bürgertum unterwerfen und alle Vorsicht dieser Welt walten lassen, um als Etepetete-Bürger dazustehen? Oder soll er sein Leben den Realitäten stellen und seine Möglichkeiten und Grenzen erproben dürfen?

Die Frage ist gegenwärtig nicht zu beantworten, nicht einmal für Männer – und für Frauen offenbar noch weniger. Der einzige Rat, den ich Ihnen von hier aus geben kann: Meiden Sie "Soziale Netzwerke" im Internet, solange Sie jung sind.

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dating experte

Was ist eigentlich Dating? Was ist eigentlich "Dating"? Sie wollen es genau wissen? Dann sind Sie hier goldrichtig. Unser Autor und Dating-Experte Gebhard Roese erläutert Ihnen den Begriff.

Erfahrung zählt: der Dating-Experte
Dating ist eine aus dem englischen Sprachbereich stammende Bezeichnung, die aus dem Begriff des "Dates", also der Verabredung, abgeleitet wurde. Mit einem Date bezeichnet man im Englischen zunächst jede Art von Treffen. Im US-amerikanischen Sprachgebrauch wird das Wort "Dating" oft als das Treffen eines Paares zum gegenseitigen Kennenlernen benutzt. In den USA wurde das Zusammentreffen von Frauen und Männern in eine ganze Dating-Kultur verwandelt, die bis in die heutige Zeit nach festen Regeln abläuft. Allerdings halten sich die Bewohner von modernen Metropolen wie zum Beispiel New York immer weniger an die überkommenen Regeln.

Das Wort „Dating“ wurde in den deutschen Sprachgebrauch übernommen, wo es ausschließlich für das Treffen eines Paares zum Kennenlernen verwendet wird.

Dating in Deutsch

Das deutsche Wort für den Prozess des "Datings" ist die Partnersuche, für ein einzelnes Date sagt man "ein Treffen". Nach neuester Definition im Duden ist Dating im Deutschen immer das Verabreden mit wechselnden Partnern. Der Duden lässt offen, zu welchem Zweck solche Verabredungen stattfinden.

Man unterscheidet mittlerweile verschiedene Arten von Dating. Im nächsten Absatz werden zunächst zwei Arten nach der Vorgehensweise unterschieden.

Paralleldating oder Seriendating?

- Paralleldating ist eine Art, die aus den USA kommt und besagt, dass man sich parallel mit unterschiedlichen Partnern trifft. Es dürfen nach US-Vorstellung aber nicht zu viele sein und man sollte während des Parallel-Datings noch keinen Sex mit ihnen haben.
- Serielles Dating ist die in Europa übliche Art, eine Weile zuerproben, on man auch langfristig zueinanderpasst – oder wieder auseinanderzugehen, wenn sie sich keine dauerhafte Harmonie einstellt.

Neuer Begriff: Downdating

Downdating ist eine Sonderform der Partnersuche. Dabei entscheidet man sich bewusst, einen Partner auf der nächstniedrigeren sozialen/gesellschaftlichen/finanziellen Ebene zu suchen. Diese Art der Partnersuche entsteht überall dort, wo der Anteil weiblicher Akademiker am Partnermarkt zunimmt.

Dating nach dem Medium

Online-Dating oder Internet-Dating bezeichnet die Art, über das Medium „Internet“ zusammenzukommen. Alle anderen Dating-Formen heißen seither „Offline-Dating“ oder einfach nur „Dating“. Das deutsche Wort „Partnersuche“ ist hier allerdings bei Weitem aussagefähiger. Außerdem bezeichnen die Begriffe „Proximity Dating“, „Speed Dating“ und „Social Dating“ besondere Arten, die man mit den Medien oder Lokationen verbindet. Dabei ist:

- Speed Dating eine Veranstaltung „im richtigen Leben“, bei der sich mehrere interessierte Singles vorstellen – in der Regel hat man etwa sieben Minuten dazu Zeit.
- Proximity Dating ist Dating per Handy (Mobiltelefon), bei dem man den Ort, an dem sich der Partner befindet, per GPS lokalisieren kann.
- Social Dating bedeutet, sich innerhalb einer Internet-Gemeinschaft, also aufgrund künstlicher sozialer Verbindungen, kennenzulernen und später zu treffen.

Dating nach dem gewünschten Erfolg

Das gewöhnliche Online-Dating oder die Partnersuche an sich sollte als Ziel haben, einen dauerhaften Partner zu finden. Es wird nicht näher bezeichnet. Früher waren Begriffe wie „Ehegesuche“ oder „Suche nach einer dauerhaften Beziehung“ üblich. Im Englischen sagte man auch „Long Term“. Im Internet sind es „Online-Partnervermittler“ oder „Online-Partneragenturen“, die dergleichen dauerhafte Beziehung stiften wollen.
Andere Datingformen, die darauf abzielen, einen Partner für „kurze Zeit“ zu finden, heißen (in Europa, in den USA ist dies geringfügig anders) „Casual Dating“ oder „Sex Dating“. „Casual Dating“ zielt in der Regel auf auf Affären (kurze Beziehungen, die von Leidenschaft geprägt sind) , Sex Dating auf ONS (einmaligen Sex).

Wenn Sie Fragen haben: Ich beantworte so gut wie alle Fragen persönlich am Telefon oder per Email.