Sinnliches Dating: Drei-Gänge-Menü oder Fast Food?

Geschrieben von Gebhard Roese • Freitag, 30. März 2012
Haben Sie jemals die Geschichte von der Entscheidungspyramide eines Drei-Gänge-Menüs vor der Liebesnacht gelesen?

Es stammt von einer lustvollen jungen Dame, die relativ häufig erotisch erregende Dates wahrnahm. Zwar gab es damals noch kein „Casual Dating“, aber die Prozedur lief in jenen Zeiten (vor etwa 25 Jahren) schon genauso ab wie heute.

Die junge Dame sagte sinngemäß:

Bei der Vorspeise sehe ich mir an, ob mir das Gesamtbild des Mannes gefällt – beim Hautgericht interessiere ich mich dafür, welche Genüsse ich von ihm erwarten darf und beim Dessert entscheide ich mich dann, ob ich mit ihm ins Bett gehe oder nicht.


Auch heute könnte man Damen, die ein Casual Date eingehen wollen, ein kleines Menü vorab empfehlen – es muss nicht unbedingt drei schwere Gänge enthalten – aber genug Zeit, um sich gründlich zu überlegen, ob der Partner sich als Lover eignet.

Gerade beim Casual Dating wird ja dies missverstanden: Wer dort registriert ist, will angeblich Sex um jeden Preis. Das Gegenteil ist der Fall: Gerade beim schnellen körperlichen Kontakt muss wenigstens die Chemie halbwegs stimmen, um Genuss beim Sex zu empfinden – und die ist bekanntlich keinesfalls immer der Fall. Also: Nicht mit jedem, den man online ganz interessant fand, möchte man auch schlafen. Trotz mancher gegenteiliger Vermutungen, die von Teilen der Branche durchaus genährt werden, sind Casual Dates kein brauchbarer Bordellersatz. Es zeigt sich immer wieder, dass kein Datingportal, auch kein Portal für Erotik- oder Sexdating, das „Fast Food“ für den sexuellen Sofortverzehr liefern kann.

In einem Artikel der Thurgauer Zeitung sagt die Protagonistin, sie habe drei Dates gebraucht, um einen passenden Partner für eine Liebesnacht zu finden – und die sei dann auch sehr schön gewesen. Eine lustvolle Begegnung aus drei Dates – das klingt für mich wahrscheinlicher als „jeder Schuss ein Treffer“.

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dating experte

Was ist eigentlich Dating? Was ist eigentlich "Dating"? Sie wollen es genau wissen? Dann sind Sie hier goldrichtig. Unser Autor und Dating-Experte Gebhard Roese erläutert Ihnen den Begriff.

Erfahrung zählt: der Dating-Experte
Dating ist eine aus dem englischen Sprachbereich stammende Bezeichnung, die aus dem Begriff des "Dates", also der Verabredung, abgeleitet wurde. Mit einem Date bezeichnet man im Englischen zunächst jede Art von Treffen. Im US-amerikanischen Sprachgebrauch wird das Wort "Dating" oft als das Treffen eines Paares zum gegenseitigen Kennenlernen benutzt. In den USA wurde das Zusammentreffen von Frauen und Männern in eine ganze Dating-Kultur verwandelt, die bis in die heutige Zeit nach festen Regeln abläuft. Allerdings halten sich die Bewohner von modernen Metropolen wie zum Beispiel New York immer weniger an die überkommenen Regeln.

Das Wort „Dating“ wurde in den deutschen Sprachgebrauch übernommen, wo es ausschließlich für das Treffen eines Paares zum Kennenlernen verwendet wird.

Dating in Deutsch

Das deutsche Wort für den Prozess des "Datings" ist die Partnersuche, für ein einzelnes Date sagt man "ein Treffen". Nach neuester Definition im Duden ist Dating im Deutschen immer das Verabreden mit wechselnden Partnern. Der Duden lässt offen, zu welchem Zweck solche Verabredungen stattfinden.

Man unterscheidet mittlerweile verschiedene Arten von Dating. Im nächsten Absatz werden zunächst zwei Arten nach der Vorgehensweise unterschieden.

Paralleldating oder Seriendating?

- Paralleldating ist eine Art, die aus den USA kommt und besagt, dass man sich parallel mit unterschiedlichen Partnern trifft. Es dürfen nach US-Vorstellung aber nicht zu viele sein und man sollte während des Parallel-Datings noch keinen Sex mit ihnen haben.
- Serielles Dating ist die in Europa übliche Art, eine Weile zuerproben, on man auch langfristig zueinanderpasst – oder wieder auseinanderzugehen, wenn sie sich keine dauerhafte Harmonie einstellt.

Neuer Begriff: Downdating

Downdating ist eine Sonderform der Partnersuche. Dabei entscheidet man sich bewusst, einen Partner auf der nächstniedrigeren sozialen/gesellschaftlichen/finanziellen Ebene zu suchen. Diese Art der Partnersuche entsteht überall dort, wo der Anteil weiblicher Akademiker am Partnermarkt zunimmt.

Dating nach dem Medium

Online-Dating oder Internet-Dating bezeichnet die Art, über das Medium „Internet“ zusammenzukommen. Alle anderen Dating-Formen heißen seither „Offline-Dating“ oder einfach nur „Dating“. Das deutsche Wort „Partnersuche“ ist hier allerdings bei Weitem aussagefähiger. Außerdem bezeichnen die Begriffe „Proximity Dating“, „Speed Dating“ und „Social Dating“ besondere Arten, die man mit den Medien oder Lokationen verbindet. Dabei ist:

- Speed Dating eine Veranstaltung „im richtigen Leben“, bei der sich mehrere interessierte Singles vorstellen – in der Regel hat man etwa sieben Minuten dazu Zeit.
- Proximity Dating ist Dating per Handy (Mobiltelefon), bei dem man den Ort, an dem sich der Partner befindet, per GPS lokalisieren kann.
- Social Dating bedeutet, sich innerhalb einer Internet-Gemeinschaft, also aufgrund künstlicher sozialer Verbindungen, kennenzulernen und später zu treffen.

Dating nach dem gewünschten Erfolg

Das gewöhnliche Online-Dating oder die Partnersuche an sich sollte als Ziel haben, einen dauerhaften Partner zu finden. Es wird nicht näher bezeichnet. Früher waren Begriffe wie „Ehegesuche“ oder „Suche nach einer dauerhaften Beziehung“ üblich. Im Englischen sagte man auch „Long Term“. Im Internet sind es „Online-Partnervermittler“ oder „Online-Partneragenturen“, die dergleichen dauerhafte Beziehung stiften wollen.
Andere Datingformen, die darauf abzielen, einen Partner für „kurze Zeit“ zu finden, heißen (in Europa, in den USA ist dies geringfügig anders) „Casual Dating“ oder „Sex Dating“. „Casual Dating“ zielt in der Regel auf auf Affären (kurze Beziehungen, die von Leidenschaft geprägt sind) , Sex Dating auf ONS (einmaligen Sex).

Wenn Sie Fragen haben: Ich beantworte so gut wie alle Fragen persönlich am Telefon oder per Email.