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September '10



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Diese Woche (6) in Dating – Koydo, Affären und Bücher

Es gibt ein Wort, das mit zum Hals heraushängt: Sex-Skandale. In Wahrheit geht es dabei gar nicht um Skandale, sondern um mehr oder weniger harmlose Affären, die im Leben nun einmal vorkommen. Ich meine, habe die Kollegen von der Boulevardpresse wirklich nichts anderes zu tun, als über Lächerlichkeiten wie die Affären von irgendwelchen Leuten zu schreiben, die zufällig auch Golf oder Fußball spielen? Überhaupt: Seitensprünge – die einschläfigen Agenturen dröhne mir die die Ohren voll, wie wichtig die doch sind. Na klar sind die wichtig, damit sich die Kassen der Agenturen füllen – aber ansonsten sind arrangierte Seitensprünge eher ärgerlich – und es ist einfach geschmacklos, dafür ständig aufdringliche Pressemitteilungen zu versenden.

Pressemitteilungen – wohin man blickt – mal ehrlich, ich veröffentliche lieber eine von Philips über Liebespielzeuge als die zwanzigste Variante der „spanenden“ Frage, wem ein Seitensprung nützt – möglicherweise Detektiven und Scheidungsanwälten. Apropos Pressemitteilungen – ich glaube nicht, dass Vegetarier allein mit Vegetariern glücklich werden können, sonder bin der festen Überzeugung, dass die Liebe mit Grünkohl und Kartoffeln ebenso gelingen kann wie mit Grünkohl und Pinkelwurst. Ja, die heißt wirklich so. Jedenfalls war ich am vergangenen Wochenende erst bei einem Paar zu Gast, bei dem das wirklich gut klappt.

Diese Woche war bei mir Koydo-Woche, die beiden Teile des Interviews mit Dr. Ulrich Schacht können Sie hier und hier nachlesen. Ich wollte ehrlich gesagt noch viel mehr dazu veröffentlichen. Das Problem ist nur: Das Thema Koydo wird derzeit groß aufgehängt, und es ist möglicherweise gar nicht so wichtig, wie gedacht, denn die Zeit der Partnersuche ist auf wenige Monate begrenzt: Das „Produkt Mensch“ ist also zumeist schon wieder vom Markt, bevor die Beurteilung überhaupt zum Tragen kommt. Trotz alldem – nächst Woche bringe ich die Zusammenfassung der inzwischen eingeholten Meinungen.

Übrigens bin ich ziemlich verwundert über die Stellungnahmen verschiedener Unternehmen: Eines tat so, als gehe es die Sache gar nichts an, eines schweigt und eines wollte sich nicht festlegen. Eine Meinung dazu zu haben, ist offenbar sogar manchen Geschäftsführern zu heikel. Denken Sie sich Ihren Teil – ich habe es auch getan.

Im zweiten Teil des Interviews können Sie dann lesen, dass es feine Unterschiede zwischen „anonym sein“ und „greifbar sein“ gibt – und wie Sie Ihren Nick schützen können. In der Liebeszeitung, die an Online-Dating bekanntlich nicht so interessiert ist, steht übrigens, dass man die Nicks von Gelegenheitshuren am besten zurückverfolgen kann.

Übrigens war die Branche über diesen Artikel relativ verblüfft: „Ja, kann es denn sein, dass sich jemand in unseren wertvollen Psychotest nicht wiedererkennt?“ Ja, das kann sein – nur interessiert das offenbar unsere Online-Partnervermittler nicht die Bohne. Doch keine Angst, Damen und Herren – Sie werden dennoch empfohlen. Wie man mit gewissen Abweichungen zwischen seiner Persönlichkeit und der Welt der Online-Partertests umgehen kann, lesen Sie bitte bei mir nach.

Außer mit Seitensprüngen wurde ich diese Woche natürlich mit dem Valentinstag zugedröhnt – irgendwann kommt er mir mal zu den Ohren heraus. Wenn ich jetzt sage, ich hätte davon außer in den tatsächlich veröffentlichten Pressemitteilungen hier und hier und hier auch noch hierund hier und hier gelesen – ja, was nützt es Ihnen dann? Richtig – gar nichts. Nichts ist so abgebrannt wie der Valentinstag, wenn es um die Partnersuche geht.

Apropos Seitensprünge – ich habe diese Woche auch jemandem „auf die Sprünge“ geholfen – das internationale Angebot von Friendscout24.de kam nämlich irgendwie nicht mehr im Ausland an – und niemand hatte es gemerkt. Jetzt funktioniert es weider.

Weitere Branchen-News, die für alle interessant sind? Klar - neu.de und match.com (Europa) haben ihre Datenbanken endlich zusammengelegt. Dadurch wird das Single-Angebot für die Mitglieder größer.

Für die Partnersuchenden noch zwei Hinweise: Das Buch „Das Ende der Liebe“ eignet sich bestenfalls als Unterhaltungsliteratur: Nehmen Sie es mit auf ihre nächste IC-Reise – wahrscheinlich legen Sie es nach einer halben Stunde weg und vergessen es beim Aussteigen, weil Sie der Flirt mit ihrer Sitznachbarin vom Gegenteil überzeugt hat. Das Buch wird von der Kritik völlig überbewertet - wie damals das Buch von Ariadne von Schirach („Tanz um die Lust“).

Loben muss ich hingegen das Buch „von der Konkurrenz“ – das „Lob der Vernunftehe“ sollte jeder Partnersuchende gelesen haben, gleich, ob er mit den Thesen dort übereinstimmt oder nicht. Sicher ist dies: Wer Ihnen „Traumpartner“ andrehen will, nimmt den Mund reichlich voll.

Ach, übrigens: Die Scammer schlugen wieder zu und die „New York Times“ ist auch nicht mehr, was sie mal war.

Mit 2 Kommentaren

Geschrieben von Gebhard Roese

12.02.2010 um 16:30:21

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2 Kommentare zu Diese Woche (6) in Dating – Koydo, Affären und Bücher

  1. Glück gehabt: Ihr einziger Leser meldet sich wieder einmal zu Wort. Hübsch, hübsch, Roese, fleissig geskribbelt wieder, fast keine Schreibfehler und auch die Grammatik weitestgehend passabel – trotzdem muss da und dort der Lehrer-Rotstift gar zu platten Plattitüden einmal mehr den pädagogisch-phänomenologischen Riegel schieben. Sex ist weder Skandal noch Affäre, sondern propagandistisch-instrumentalisiertes Allerwelts-Entbehren. Und Seitensprünge sind weder "lächerlich" noch "harmlos", und noch weit weniger "alltäglich" oder gar "einschlägig", sondern vielmehr ohnmächtig reproduzierter Reflex massenmedialisierten Kollektivwunschdenkens. Kein Mensch hat Seitensprünge – Sie vielleicht? Sehen Sie, soviel Sex wie Sie, soviel Sex haben alle (die Ziffer Null trifft es sehr präzise) – dessen eingedenk, sollten Sie unser aller in Spiesser-Hass verkleideten Futterneid angesichts atemberaubend nackten Weiberfleisches (von „sexgeilen“ Fotomodellen für fünfstellige Summen inszeniert, deren Privatleben ähnlich „sextoll“ ist wie dasjenige von Steffi Graf und Mutter Teresa zusammengenommen), welches in fünfminütiger U-Bahn-Zeitungslektüre die täglich einzig verfügbare Körpersensation unserer realexistierenden Männerexistenz konstituiert ebensowenig übelnehmen wie wir Ihnen wiederum Ihre psychotisch-grenzschizophrenen Weltbelehrungs-Zwangsneurosen. Vielleicht erkläre ich Ihnen bei anderer Gelegenheit die kausal weiterführenden Komplexitätsparameter im engen Zeitfenster eines künftigen Aufblitzens manisch-kandidler Zeitverschwendungs-Anwandlung meinerseits, diese jetzige ist in diesem illustren Augenblick verflogen und verpufft

    zement

    12 Feb 10 um 19:29

    Antwort

  2. Da haben Sie sicher etwas falsch verstanden, Herr Zement - ich habe keine Zwangsneurosen, sondern zwang mich, trotz der hohen Preise neun Rosen zu kaufen.

    Sollten Sie auch mal tun - vielleicht hilft es ja.

    Der Redakteur

    Gebhard Roese

    12 Feb 10 um 19:54

    Antwort

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