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Tipps für das Online-Dating – einmal anders
DIE ZEIT gibt dieser Tage Tipps fürs Online-Dating. Keine schlechte Idee, denn die Tipps sind neutral und stammen tatsächlich aus der Praxis.
Die Möglichkeiten, einem „psychisch kranken Menschen“, einem Sexsüchtigen oder einem Betrüger zu begegnen, sind natürlich vorhanden – aber sie sind nicht so groß, dass sie hinter jedem Busch den bösen Feind vermuten müssen.
Denken Sie vor allem daran: Unsicherheiten, Instabilitäten und Begierden sind drei relativ sichere Mittel, Gauner aller Art anzulocken – übrigens auch Gaunerinnen. Sicheres, stabiles Auftreten und eine abgeklärte Haltung zur eigenen Sexualität helfen Ihnen, allzeit die Contenance zu bewahren.
Merken Sie sich also: Sie waren nie von einem Menschen enttäuscht, Sie sind niemals hereingelegt worden, Sie leiden unter nichts und niemandem und entbehren emotional und sexuell nichts – so jedenfalls müssen Sie im Gespräch wirken. Wenn Sie dann noch „das gewisse Gespür“ für die Ehrlichkeit des Anderen haben, dann sind sie schon fast perfekt.
Die Möglichkeiten, einem „psychisch kranken Menschen“, einem Sexsüchtigen oder einem Betrüger zu begegnen, sind natürlich vorhanden – aber sie sind nicht so groß, dass sie hinter jedem Busch den bösen Feind vermuten müssen.
Denken Sie vor allem daran: Unsicherheiten, Instabilitäten und Begierden sind drei relativ sichere Mittel, Gauner aller Art anzulocken – übrigens auch Gaunerinnen. Sicheres, stabiles Auftreten und eine abgeklärte Haltung zur eigenen Sexualität helfen Ihnen, allzeit die Contenance zu bewahren.
Merken Sie sich also: Sie waren nie von einem Menschen enttäuscht, Sie sind niemals hereingelegt worden, Sie leiden unter nichts und niemandem und entbehren emotional und sexuell nichts – so jedenfalls müssen Sie im Gespräch wirken. Wenn Sie dann noch „das gewisse Gespür“ für die Ehrlichkeit des Anderen haben, dann sind sie schon fast perfekt.
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Frühling – Gefühle und nichts als Gefühle?

Frühling - leicht bekleidet, leicht verliebt
Das Phänomen kann man auf unterschiedliche Art erklären, aber sehr wahrscheinlich ist, dass sich die “Herbst- und Winterpaare“ nun hinauswagen. Leicht bekleidet und immer noch relativ frisch verliebt sagen sie den anderen: „Hey, guckt mal, wir sind ein Paar – und was für eines!“ Ich habe in einer Stadt gelebt, indem sich junge Paare ab Frühling stundenlang auf den Bänken herumdrückten, die Frauen teils rittlings auf ihren Männer, damit man einander intensiver spürt. Das zieht schon in den Lenden und in der Psyche, wenn man alleine lebt.
Singles sehen dann meist betreten weg – und frusten weiter herum. Die Hauptgründe sind immer die gleichen:
1. Man sieht sich als „unattraktiv", und bemüht sich erst gar nicht, attraktiver zu werden.
2. Man „macht in Selbstzufriedenheit“, weiß aber genau, dass dies eine Lüge ist.
3. Man sucht nicht, weil man fürchtet, tatsächlich jemanden dabei zu finden. Das Motto: „Auch das mieseste Leben ist besser als jede Veränderung.“
4. Man behauptet, keine Zeit zu haben. Ja bitte schön: Wofür brauchen Sie denn ihre Zeit dann auf? Für Geld?
5. Man trägt ein Schild vor sich her: „Ich bin sehr anspruchsvoll“. In Wahrheit steht meist eine Larve dahinter, die bedürftig und begierig ist.
Ja, so geht es offenbar nicht. Ich schlage mal vor, die Sache ins Gegenteil zu verkehren, auch entgegen dem Trend.
1. Jeder hat attraktive Seiten, aber nur wenige Menschen kennen sie – sogar Frauen, die normalerweise um ihre Attraktivität wissen, schätzen sie gelegentlich falsch ein. Tipp: An der Erscheinung feilen, nicht an der Schönheit.
2. Selbstzufriedenheit ist gut, wenn sie ehrlich und verlässlich ist – aber dann hat man zumeist auch einen Partner. Die heutige sogenannte „Selbstzufriedenheit“ ist oft nur ein Stützgerüst – etwas Fassade, um nicht unglücklich zu erscheinen. Tipp: offen und selbstbewusst zu sein ist besser als „Selbstzufriedenheit“ zur Schau zu stellen.
3. Partnersuche bedeutet: Sich auf die Reise begeben, um emotional reicher zurückzukommen, als man gegangen ist. Wer im 21. Jahrhundert noch Veränderungen scheut, braucht einen Therapeuten, mindestens aber einen guten Freund. Tipp: Veränderungen fest in den Lebensplan mit einbauen.
4. Wozu haben Sie eigentlich „keine Zeit“? Zum Leben? Zum Genießen? Tipp: Rollen Sie ihren Lebensplan neu auf.
5. Haushalten Sie gut mir ihren Wünschen an die Menschen. „Nobody is perfect“, schon gar nicht Sie selbst. Überprüfen Sie ihre Vorstellungen und versuchen Sie, kompromissbereiter zu werden. Tipp: Geben Sie ihrem „Schwachen Ich“ gelegentlich nach und stillen sie Ihre Lüste und Begierden, aber vergessen Sie dabei nicht, weiter nach dem „akzeptablen“ Lebenspartner zu suchen.
Der Frühling führt – und verführt auch zu Leidenschaften, die nicht erklärbar sind. Wenn Sie ertragen können, durch wilde Leidenschaften und skurrile Amouren zu reiten, Lust und Seelenschmerz zu vermischen und sich jederzeit aus den Liebeswogen ans Ufer retten können – dann wagen Sie doch einfach die unvernünftige Liebe im Frühling.
Wenn nicht, dosieren sie gut, wen Sie treffen und wie verlässlich dieser Mensch Ihnen erscheint – und geben Sie sich dann ganz der Liebe hin, wenn Sie meinen, dass der Moment gekommen ist. Im Frühling ist es leichter, zu diesen Zielen zu kommen als in jeder anderen Jahreszeit.
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Außen "cool", innen bedürftig - warum Partnersuchende versagen
Die Frage, die ich mir (und Ihnen) zuletzt gestellt hatte, lautete:
Warum widersetzen sie sich Partnersuchende der Beschleunigung, die ihnen das Internet bietet? Warum wollen sie sich „entschleunigen“ und kann dies denn überhaupt noch gelingen?
Ich versuche heute, Antworten darauf zu finden und nehme als Beispiel ein gesellschaftliches Muster, das so selbstverständlich nicht existiert – wenn es Ihnen dennoch bekannt vorkommt: Sie wohnt garantiert irgendwo in Ihrer Nachbarschaft.
Der unbrauchbare Lebensentwurf - cool, romantisch, geil
Mich wundert nicht, dass die Boutiquenbesitzerin C., die seit fünf Jahren nach einem passenden Ehemann sucht und ihn mit 38 noch nicht gefunden hat, befremdet aufschaut, wenn sie diese Zeilen liest. Sie sucht nach der alten Methode, die schon ihrer Mutter und Großmutter Erfolg brachte: schick sein, ein wenig Konversation machen, sich modern geben, „in“ sein. Leider folgt sie einem äußert fragwürdigen, möglicherweise sogar sehr gefährlichen Lebensentwurf: Nach außen die „coole Frau“ spielen, nach innen aber nach Romantik lechzen, die bisweilen mit Geilheit chargiert. Ich prophezeie: Das geht emotional unter Garantie schief.
Entschleunigung als Illusion - und die neue Illusion "glücklicher Single"
Solche eine Frau versucht, sich selber zu „entschleunigen“ in einer Gesellschaftsordnung, in der Beschleunigung die Regel ist. Sie versucht sich irgendwo festzuhalten, irgendwie stehen zu bleiben. Indem sie dies tut, zerrinnt ihr die Zeit unter den Fingern. Man kann es auch ganz altmodisch ausdrücken: „Da steht sie nun, und hat keinen Mann, und ärgerst sich zu Tode“. Nur, dass sie dies nicht zugibt und ihren Freundinnen und Freunden erzählt, eine glückliche Singlefrau zu sein.
Die Insel der Entschleunigung - nur für Kenner
Wer sich in einer entschleunigten Welt bewegen will, wird oft nach Inseln suchen, auf denen dies möglich ist. Doch das kann nur dann gelingen, wenn man auch über das emotionale Handwerkszeug verfügt, um sich auf solchen Inseln einzurichten. Innerhalb einer Welt, in der es keine Normalität gibt, kann man nur dann seine private Normalität schaffen, wenn man mit jemandem zusammenlebt oder wenn man wirklich „in sich ruht“, was angesichts einer ansonsten hektischen Welt nur wenigen Menschen gegeben sein dürfte. Einfacher ausgedrückt: Nur eine Gruppe von Menschen (beispielsweise ein Paar) kann sich verbindliche Realitäten schaffen, die außerhalb jeglicher Zeitströmungen liegen. Für die meisten von uns bedeutet dies: Im beschleunigten Raum den Partner für die gemeinsame Entschleunigung suchen,
Wer sich gerne „Entschleunigen“ will, kann das also jederzeit tun, nur muss erst dann zunächst anerkennen, dass er einer beschleunigten Welt lebt und nicht ausschließlich in seinem örtlichen und emotionalen Kiez. Wenn ich die Bewegung für mich stoppen will, muss ich erkenne, dass sich die Welt um mich herum bewegt – und vielleicht muss ich sogar noch die Regeln kennenlernen, nach denen sie sich bewegt.
Die neuen Welten entstehen nur gemeinsam
Wenn ich neue Normen setzen will, muss ich anerkennen, dass die alten Normen wachsweich geworden sind – und wenn ich dann meine kleine, lebenswerte Welt aufbauen will, die mir entspricht, dann schaffe ich dies normalerweise auf Dauer nur mit einem Partner an meiner Seite, der in ähnlicher Weise eine Entschleunigung anstrebt.
Die Wahrheit ist also bitter: Wer sich eine eigene Welt schaffen will, muss in die Welt hinausgehen, um sich einen Partner zu suchen, der dies auch will. Mag sein, dass sie es in einer deutschen Kleinstadt auch ohne Internet schaffen, weil Sie genügsam sind. Wer aber sehr individuelle Vorstellungen vom Dasein hat, die über das in Kleinstädten übliche Denken hinausgehen, der soll bitte in die weite Welt hinausgehen, bevor er sich mit seinem Partner irgendwo einnistet.
Warum widersetzen sie sich Partnersuchende der Beschleunigung, die ihnen das Internet bietet? Warum wollen sie sich „entschleunigen“ und kann dies denn überhaupt noch gelingen?
Ich versuche heute, Antworten darauf zu finden und nehme als Beispiel ein gesellschaftliches Muster, das so selbstverständlich nicht existiert – wenn es Ihnen dennoch bekannt vorkommt: Sie wohnt garantiert irgendwo in Ihrer Nachbarschaft.
Der unbrauchbare Lebensentwurf - cool, romantisch, geil
Mich wundert nicht, dass die Boutiquenbesitzerin C., die seit fünf Jahren nach einem passenden Ehemann sucht und ihn mit 38 noch nicht gefunden hat, befremdet aufschaut, wenn sie diese Zeilen liest. Sie sucht nach der alten Methode, die schon ihrer Mutter und Großmutter Erfolg brachte: schick sein, ein wenig Konversation machen, sich modern geben, „in“ sein. Leider folgt sie einem äußert fragwürdigen, möglicherweise sogar sehr gefährlichen Lebensentwurf: Nach außen die „coole Frau“ spielen, nach innen aber nach Romantik lechzen, die bisweilen mit Geilheit chargiert. Ich prophezeie: Das geht emotional unter Garantie schief.
Entschleunigung als Illusion - und die neue Illusion "glücklicher Single"
Solche eine Frau versucht, sich selber zu „entschleunigen“ in einer Gesellschaftsordnung, in der Beschleunigung die Regel ist. Sie versucht sich irgendwo festzuhalten, irgendwie stehen zu bleiben. Indem sie dies tut, zerrinnt ihr die Zeit unter den Fingern. Man kann es auch ganz altmodisch ausdrücken: „Da steht sie nun, und hat keinen Mann, und ärgerst sich zu Tode“. Nur, dass sie dies nicht zugibt und ihren Freundinnen und Freunden erzählt, eine glückliche Singlefrau zu sein.
Die Insel der Entschleunigung - nur für Kenner
Wer sich in einer entschleunigten Welt bewegen will, wird oft nach Inseln suchen, auf denen dies möglich ist. Doch das kann nur dann gelingen, wenn man auch über das emotionale Handwerkszeug verfügt, um sich auf solchen Inseln einzurichten. Innerhalb einer Welt, in der es keine Normalität gibt, kann man nur dann seine private Normalität schaffen, wenn man mit jemandem zusammenlebt oder wenn man wirklich „in sich ruht“, was angesichts einer ansonsten hektischen Welt nur wenigen Menschen gegeben sein dürfte. Einfacher ausgedrückt: Nur eine Gruppe von Menschen (beispielsweise ein Paar) kann sich verbindliche Realitäten schaffen, die außerhalb jeglicher Zeitströmungen liegen. Für die meisten von uns bedeutet dies: Im beschleunigten Raum den Partner für die gemeinsame Entschleunigung suchen,
Wer sich gerne „Entschleunigen“ will, kann das also jederzeit tun, nur muss erst dann zunächst anerkennen, dass er einer beschleunigten Welt lebt und nicht ausschließlich in seinem örtlichen und emotionalen Kiez. Wenn ich die Bewegung für mich stoppen will, muss ich erkenne, dass sich die Welt um mich herum bewegt – und vielleicht muss ich sogar noch die Regeln kennenlernen, nach denen sie sich bewegt.
Die neuen Welten entstehen nur gemeinsam
Wenn ich neue Normen setzen will, muss ich anerkennen, dass die alten Normen wachsweich geworden sind – und wenn ich dann meine kleine, lebenswerte Welt aufbauen will, die mir entspricht, dann schaffe ich dies normalerweise auf Dauer nur mit einem Partner an meiner Seite, der in ähnlicher Weise eine Entschleunigung anstrebt.
Die Wahrheit ist also bitter: Wer sich eine eigene Welt schaffen will, muss in die Welt hinausgehen, um sich einen Partner zu suchen, der dies auch will. Mag sein, dass sie es in einer deutschen Kleinstadt auch ohne Internet schaffen, weil Sie genügsam sind. Wer aber sehr individuelle Vorstellungen vom Dasein hat, die über das in Kleinstädten übliche Denken hinausgehen, der soll bitte in die weite Welt hinausgehen, bevor er sich mit seinem Partner irgendwo einnistet.
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Interessante Perspektiven: Was Männer wollen
Bevor Sie sich fragen: „Was soll denn das?“, ein Hinweis zu Risiken und Nebenwirkungen: „Männer“ wollen gar nichts – jeder Mann will etwas anderes, und je eher sich jede einzelne Frau drauf einstellt, umso besser. Soweit zu den Klischees, die von Frauenzeitschriften ständig in die Welt posaunt werden – auch von „Clack“ .
Also ist der Satz falsch „Männer wollen fröhliche Frauen“ – besser wäre: „Manche Männer schätzen an ihren Freundinnen und Frauen ein fröhliches Wesen.“
Doch im Grunde stimmen die Überlegungen der „Clack“-Redakteurin, die sich folgende Frage stellt:
Dankenswerterweise werden damit ein paar Klischees ausgeräumt. Der Mann erschrickt selten von „Karrierefrauen“, und er hat auch keine Angst vor „starken Frauen“ oder vor „Frauen über 40“. Wer das annimmt, glaubt an Rollenbilder. Er vermutet zudem, dass sich „Männer“ über ihre Ängste definieren lassen.
Richtig ist, dass es ein Bündel von Charaktereigenschaften und körperlichen Vorzügen ist, die einem Mann signalisieren: Ja, das ist die Frau, die ich mir wünsche. Wer jetzt schon wieder erschrickt, weil ich „körperliche Vorzüge“ schreibe, der sollte ebenfalls einmal seine Klischees überprüfen lassen: „Körperliche Vorzüge“ sind diejenigen Vorzüge, die einen weiblichen Körper für den Mann attraktiv machen, der liebt. Körperliche Vorzüge können sich auch in einer ausdrucksvollen Mimik zeigen, insbesondere in der Augensprache. Wer genau hinschaut, wird feststellen: Die begehrtesten Frauen in der Realität waren nicht unbedingt schön – sie waren aber faszinierend.
Kaum eine dieser „modernen“ und „obercoolen“ Frauen mit Top-Figuren ist faszinierend. Sie sind teilweise ganz nett anzusehen, das ist alles. „Cool“ sein bedeutet auch: Ohne Eigenschaften sein wollen. Doch welcher Mann wünscht sich eine Frau ohne Eigenschaften? Gehen Sie bitte einmal irgendwo hin, wo sich Frauen über 25 befinden: Sie können 40, 50 oder 60 Jahre alt sein, das spielt keine Rolle. Welche Gesichter sind wirklich faszinierend? Die abgestumpften Gesichter, die Gesichter, die routinierte Gesichtszüge haben? Nein, es sind die lebendigen Gesichter, die etwas aus sich heraus in die Welt hineinsenden.
Faszination ist zum Teil angeboren oder früh angelernt – daran wird man nichts ändern können, und bei denjenigen Frauen, die sie „schon immer“ hatten, bleibt sie bis ins hohe Alter erhalten. Doch was ist mit jenen, die ihre Faszination nicht in der Jugend ausbauen konnten? Werden sie es später tun? Ich fürchte, sie werden den Wert ihrer Faszination eher vergessen. Spätestens ab dem Berufseintritt (wenn nicht schon weit vorher) wird nicht mehr an der Faszination gearbeitet, und vorhandene Talente gehen verloren.
Wie wir alle, die mitten im Leben stehen, werden auch Partnersuchende (nicht ausschließlich Frauen) zuerst nach ihrer Erscheinung beurteilt, dann an den Bewegungen, die sie in Mimik und Gestik aufdrücken, und dann erst nach dem gesprochenen Wort. Es lohnt sich also, zu faszinieren – möglichst über den viel zitierten „ersten Eindruck“ hinaus.
Also ist der Satz falsch „Männer wollen fröhliche Frauen“ – besser wäre: „Manche Männer schätzen an ihren Freundinnen und Frauen ein fröhliches Wesen.“
Doch im Grunde stimmen die Überlegungen der „Clack“-Redakteurin, die sich folgende Frage stellt:
Wenn ich wieder mal lesen darf, dass Männer vor starken Frauen erschrecken oder dass Karrierefrauen es schwer haben, einen Partner zu finden, dann frage ich mich: Könnte es vielleicht an einem anderen Detail liegen? Mal nach der guten Laune gefragt? Wie steht's mit der Lockerheit?
Dankenswerterweise werden damit ein paar Klischees ausgeräumt. Der Mann erschrickt selten von „Karrierefrauen“, und er hat auch keine Angst vor „starken Frauen“ oder vor „Frauen über 40“. Wer das annimmt, glaubt an Rollenbilder. Er vermutet zudem, dass sich „Männer“ über ihre Ängste definieren lassen.
Richtig ist, dass es ein Bündel von Charaktereigenschaften und körperlichen Vorzügen ist, die einem Mann signalisieren: Ja, das ist die Frau, die ich mir wünsche. Wer jetzt schon wieder erschrickt, weil ich „körperliche Vorzüge“ schreibe, der sollte ebenfalls einmal seine Klischees überprüfen lassen: „Körperliche Vorzüge“ sind diejenigen Vorzüge, die einen weiblichen Körper für den Mann attraktiv machen, der liebt. Körperliche Vorzüge können sich auch in einer ausdrucksvollen Mimik zeigen, insbesondere in der Augensprache. Wer genau hinschaut, wird feststellen: Die begehrtesten Frauen in der Realität waren nicht unbedingt schön – sie waren aber faszinierend.
Kaum eine dieser „modernen“ und „obercoolen“ Frauen mit Top-Figuren ist faszinierend. Sie sind teilweise ganz nett anzusehen, das ist alles. „Cool“ sein bedeutet auch: Ohne Eigenschaften sein wollen. Doch welcher Mann wünscht sich eine Frau ohne Eigenschaften? Gehen Sie bitte einmal irgendwo hin, wo sich Frauen über 25 befinden: Sie können 40, 50 oder 60 Jahre alt sein, das spielt keine Rolle. Welche Gesichter sind wirklich faszinierend? Die abgestumpften Gesichter, die Gesichter, die routinierte Gesichtszüge haben? Nein, es sind die lebendigen Gesichter, die etwas aus sich heraus in die Welt hineinsenden.
Faszination ist zum Teil angeboren oder früh angelernt – daran wird man nichts ändern können, und bei denjenigen Frauen, die sie „schon immer“ hatten, bleibt sie bis ins hohe Alter erhalten. Doch was ist mit jenen, die ihre Faszination nicht in der Jugend ausbauen konnten? Werden sie es später tun? Ich fürchte, sie werden den Wert ihrer Faszination eher vergessen. Spätestens ab dem Berufseintritt (wenn nicht schon weit vorher) wird nicht mehr an der Faszination gearbeitet, und vorhandene Talente gehen verloren.
Wie wir alle, die mitten im Leben stehen, werden auch Partnersuchende (nicht ausschließlich Frauen) zuerst nach ihrer Erscheinung beurteilt, dann an den Bewegungen, die sie in Mimik und Gestik aufdrücken, und dann erst nach dem gesprochenen Wort. Es lohnt sich also, zu faszinieren – möglichst über den viel zitierten „ersten Eindruck“ hinaus.
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Vorteile der Beschleunigung - der Nutzen für die Partnersuche
Wir können von Philosophen lernen, dass es kaum noch Normen gibt, die uns den Rücken freihalten. Wir sind daher gezwungen, unsere eigenen Normen zu gestalten.
Im Internet finden wir eine Welt vor, die im Grund jenseits unseres Vorstellungsvermögens liegt, auch wenn wie uns täglich (vielleicht gar beruflich) mit dem damit beschäftigen. Die Welt der Partnersuche hat dort keine eindeutige „Gestalt“ – sie ist vielmehr das Gestaltungsmaterial in unsern Händen. Die Partnersuche im Internet fordert aber auf der anderen Seite eigene Festlegungen, und wo man sich nicht festlegen möchte, wenigstens Grenzen der Bereiche, in denen man sich bewegen könnte.
Ich sage nicht leichthin „jeder ist seines Glückes Schmied(in)“. Ich sage es, weil es in Wahrheit keine Partnersuche ohne eigene Werte gibt, und weil Sie bei der „Suche ohne Werte“ auch ein „Muster ohne Wert“ anbieten.
Herausforderung Internet-Bekanntschaft
Im Internet, so eine bekannte Meinung, können man Menschen kennenlernen, deren Bekanntschaft zu machen ohne Internet unmöglich wäre. Das stimmt, gilt aber in jede Richtung: Man lernt dort Menschen kennen, die anderen inneren wie äußeren Welten angehören, ja sogar solche, von deren Existenz man nicht einmal etwas ahnte. All diese Menschen stellen ein Herausforderung dar – und jeder Partnersuchende muss sich fragen lassen: Bin ich denn bereit für eine derartige Herausforderung? Ist eine Professorin oder ein Diplomat der Umgang für mich, den ich mir wünsche? Nützt oder schadet mir, wenn der Partner abweichenden, vielleicht gar skurrilen Neigungen nachgeht und will ich daran partizipieren? Weiß ich, welche Risiken ich eingehe, wenn ich ihn/sie mit solchen Eigenschaften, Neigungen und Hintergründen kennenlerne?
Das vergessene Thema: Anpassung in Beziehungen
Es gibt Partnersuchende, die sich anpassen wie die Chamäleons, aber es werden immer weniger. Die meisten Frauen und Männer beginnen von „Selbstverwirklichung“ zu faseln, bevor die erste halbe Stunde eines Gesprächs vergangen ist – eigentlich müssten sie über Anpassung sprechen. Mitglied des diplomatischen Korps in Wien zu sein, mag Frauenträume anheizen – aber sicherlich nicht, dann die nächsten Jahre in Togo zu verbringen. Männer mit Abitur, aber ohne Berufserfolg mögen sich in eine Beziehung mit einer Professorin hineinträumen, müssen dann aber auch ertragen, als „Prinzgemahl“ verachtet zu werden. Anpassung ist und bleibt ein Schlüsselwort in Zweierbeziehungen, auch wenn sich die Möglichkeiten, sich nicht ständig anzupassen, deutlich erweitert haben.
Die fehlende Nähe - kein Argument gegen das Internet
Das bekannteste Argument gegen Internet-Bekanntschaften ist das der fehlenden Nähe – räumlich, emotional, kulturell und überhaupt, wobei „überhaupt“ immer sehr viel Raum zugemessen wird. Wenn der „andere Kulturkreis“ bereits im vornehmeren Stadtviertel beginnt, wie dies manche Hansestädter behaupten, dann ist dieses Argument natürlich blödsinnig. Die Entwicklung einer Stadt, eines Volkes, ja, sogar Europas ist davon abhängig, dass sich die Kulturen durchdringen. Das Argument hält also nicht stand. Die Überwindung von Grenzen ist nicht "unnormal", sondern höchst willkommen in Beziehungen. Heute heiratet nicht mehr die Rechtanwaltstochter den Arztsohn, sondern Frau A. heiratet Herrn B. Warum sollte Frau A. nicht eine ungarische Dolmetscherin und Herr B. ein deutscher Volksschullehrer sein? Und warum sollte Herr B, seine japanische Ehefrau A. nicht in Kanada kennenlernen? Es gibt keinen Grund, so etwas von vornherein zu verneinen. Diese Verhältnisse sind heute durchaus ganz gewöhnliche Geschichte aus dem Leben, keine Märchen für Erwachsene. Letztendlich aber sind sie vor allem eines: Der positiv sichtbare Erfolg der Beschleunigung. Ganz deutlich wird dies auch bei den vielen Beziehungen zwischen Individualisten, die ganz gezielt Partner suchen, die so selten sind wie Goldmünzenfunde im deutschen Wald. Letztendlich: Wer seine zweite oder dritte Ehe sucht, wird kaum darum herum kommen, auf die Überholspur zu wechseln und nicht in der Schlange vor dem Wartesaal zum großen Glück auf Wunder zu hoffen.
Warum wollen viele Menschen nicht mit an Bord gehen? Warum widersetzen sie sich der Beschleunigung? Warum wollen sie sich „entschleunigen“ und kann dies denn überhaupt noch gelingen? Im dritten Teil dieses Artikels (noch diese Woche) erfahren Sie mehr darüber.
Im Internet finden wir eine Welt vor, die im Grund jenseits unseres Vorstellungsvermögens liegt, auch wenn wie uns täglich (vielleicht gar beruflich) mit dem damit beschäftigen. Die Welt der Partnersuche hat dort keine eindeutige „Gestalt“ – sie ist vielmehr das Gestaltungsmaterial in unsern Händen. Die Partnersuche im Internet fordert aber auf der anderen Seite eigene Festlegungen, und wo man sich nicht festlegen möchte, wenigstens Grenzen der Bereiche, in denen man sich bewegen könnte.
Ich sage nicht leichthin „jeder ist seines Glückes Schmied(in)“. Ich sage es, weil es in Wahrheit keine Partnersuche ohne eigene Werte gibt, und weil Sie bei der „Suche ohne Werte“ auch ein „Muster ohne Wert“ anbieten.
Herausforderung Internet-Bekanntschaft
Im Internet, so eine bekannte Meinung, können man Menschen kennenlernen, deren Bekanntschaft zu machen ohne Internet unmöglich wäre. Das stimmt, gilt aber in jede Richtung: Man lernt dort Menschen kennen, die anderen inneren wie äußeren Welten angehören, ja sogar solche, von deren Existenz man nicht einmal etwas ahnte. All diese Menschen stellen ein Herausforderung dar – und jeder Partnersuchende muss sich fragen lassen: Bin ich denn bereit für eine derartige Herausforderung? Ist eine Professorin oder ein Diplomat der Umgang für mich, den ich mir wünsche? Nützt oder schadet mir, wenn der Partner abweichenden, vielleicht gar skurrilen Neigungen nachgeht und will ich daran partizipieren? Weiß ich, welche Risiken ich eingehe, wenn ich ihn/sie mit solchen Eigenschaften, Neigungen und Hintergründen kennenlerne?
Das vergessene Thema: Anpassung in Beziehungen
Es gibt Partnersuchende, die sich anpassen wie die Chamäleons, aber es werden immer weniger. Die meisten Frauen und Männer beginnen von „Selbstverwirklichung“ zu faseln, bevor die erste halbe Stunde eines Gesprächs vergangen ist – eigentlich müssten sie über Anpassung sprechen. Mitglied des diplomatischen Korps in Wien zu sein, mag Frauenträume anheizen – aber sicherlich nicht, dann die nächsten Jahre in Togo zu verbringen. Männer mit Abitur, aber ohne Berufserfolg mögen sich in eine Beziehung mit einer Professorin hineinträumen, müssen dann aber auch ertragen, als „Prinzgemahl“ verachtet zu werden. Anpassung ist und bleibt ein Schlüsselwort in Zweierbeziehungen, auch wenn sich die Möglichkeiten, sich nicht ständig anzupassen, deutlich erweitert haben.
Die fehlende Nähe - kein Argument gegen das Internet
Das bekannteste Argument gegen Internet-Bekanntschaften ist das der fehlenden Nähe – räumlich, emotional, kulturell und überhaupt, wobei „überhaupt“ immer sehr viel Raum zugemessen wird. Wenn der „andere Kulturkreis“ bereits im vornehmeren Stadtviertel beginnt, wie dies manche Hansestädter behaupten, dann ist dieses Argument natürlich blödsinnig. Die Entwicklung einer Stadt, eines Volkes, ja, sogar Europas ist davon abhängig, dass sich die Kulturen durchdringen. Das Argument hält also nicht stand. Die Überwindung von Grenzen ist nicht "unnormal", sondern höchst willkommen in Beziehungen. Heute heiratet nicht mehr die Rechtanwaltstochter den Arztsohn, sondern Frau A. heiratet Herrn B. Warum sollte Frau A. nicht eine ungarische Dolmetscherin und Herr B. ein deutscher Volksschullehrer sein? Und warum sollte Herr B, seine japanische Ehefrau A. nicht in Kanada kennenlernen? Es gibt keinen Grund, so etwas von vornherein zu verneinen. Diese Verhältnisse sind heute durchaus ganz gewöhnliche Geschichte aus dem Leben, keine Märchen für Erwachsene. Letztendlich aber sind sie vor allem eines: Der positiv sichtbare Erfolg der Beschleunigung. Ganz deutlich wird dies auch bei den vielen Beziehungen zwischen Individualisten, die ganz gezielt Partner suchen, die so selten sind wie Goldmünzenfunde im deutschen Wald. Letztendlich: Wer seine zweite oder dritte Ehe sucht, wird kaum darum herum kommen, auf die Überholspur zu wechseln und nicht in der Schlange vor dem Wartesaal zum großen Glück auf Wunder zu hoffen.
Warum wollen viele Menschen nicht mit an Bord gehen? Warum widersetzen sie sich der Beschleunigung? Warum wollen sie sich „entschleunigen“ und kann dies denn überhaupt noch gelingen? Im dritten Teil dieses Artikels (noch diese Woche) erfahren Sie mehr darüber.
Dieser Artikel enthält bisher noch keine Kommentare
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