Schamlosigkeit als Lebensprinzip?

Geschrieben von © Gebhard Roese •Sonntag, 5. Februar 2012 • Kategorie: die liebe pur


Wir sollen alle schamlos werden – so schamlos, dass wir unsere geheimen Gedanken und Wünsche ausplaudern und nicht etwa nur unsere „sexuelle Orientierung“ an die große Glocke hängen. So lese ich es immer häufiger, und „Soziale Netzwerke“ oder „Soziales Dating“ sind dabei die Verursacher.

Niemand geht schamlos durch die Innenstadt

Es ist merkwürdig – kaum eine Frau würde heute nackt durch die Innenstadt von (sagen wie einmal) Paderborn gehen, und wenn sie das täte, müsste sie morgen mit Konsequenzen rechnen. Würden sich schwäbische Honoratioren outen, schmerzgeil zu sein, würden ihre Parteien sie vermutlich sofort fallen lassen wie die heißen Kartoffeln. Ich erinnere mich noch recht gut, wie der deutschen Presse mehrheitlich der Geifer vor dem Mund stand, als ein Automobilfunktionär in eine hinterhältige Sexfalle gelockt wurde. Nein, diese bürgerlich-konservative Pressemeute attackierte nicht etwa die Verbrecherbande, die den Funktionär in die Sache hineingetrickst hatte – sie griff ihn wegen seiner Liebhaberei an. Das alle ist nicht „Jahre her“ –es geschah erst vor wenigen Jahren.

Außerhalb der Schlampenszene kann jede Schamlosigkeit schaden

Schönheitstänzerin aka Stripperin - kein Beruf wie jeder andere
Im Prinzip ist es heute so: Ob eine junge Frau sich für die Liebe bezahlen lässt oder für die Enthüllung ihres Körpers, interessiert keinen Menschen, solange sie nicht ein Amt oder eine andere öffentlich sichtbare Position bekleiden will - der Weg in die wirklich guten Positionen der Wirtschaft, namentlich ins Management, gehört selbstverständlich auch dazu. Es reicht im Prinzip schon, außerhalb der Schlampenszene, in der jede Affäre nützlich ist, berühmt zu werden. Dabei ist es kein Problem, von der Kellnerin zur Domina aufzusteigen oder vom Wäschemodell zur Escort-Lady, ja, es ist nicht einmal verwerflich, von der Bankkauffrau zur Bordellbesitzerin zu avancieren – nur der umgekehrte Weg ist nicht leicht. Für Frauen, die niemals die Öffentlichkeit suchten, ist die Sache noch einmal anders: Hier war noch viel dadurch möglich, die Stadt oder das Milieu zu wechseln – oder verschwiegene Lover zu haben, die selber viel vor der Öffentlichkeit verbergen müssen.

Natürliche soziale Netzwerke haben glücklicherweise Grenzen

Die natürlichen „sozialen Netzwerke“ reichten niemals weit – sie endeten zum Teil bereits an der Grenze zum „Kiez“, also des unmittelbaren Wohnviertels. Je nach Abstufung des Bekanntheitsgrads und es Kontaktes mit Behörden wurden „extreme“ Verhaltensweisen bekannt – über die Straße hinaus, in der man lebte, über das Stadtviertel hinaus oder die Schule, die man besuchte – und bis der zweifelhafte oder jedenfalls peinliche Ruhm in der nächsten Stadt oder im ganzen Land ankam – da musste man schon Rosemarie Nitribitt heißen. Die Frankfurter Hure von einfacher Herkunft und feiner Lebensart geriet übrigens erst nach ihrem Tod in das Räderwerk der deutschen Hetzpresse.

Künstliche soziale Netzwerke tragen die Informationen weit

Heute – und dies sollten Sie verinnerlichen - gehen überwiegend Personen unter 35, also solche, die erst am Anfang ihres Lebenswerks stehen, in sogenannte globale „Soziale Netzwerke“, die in Wahrheit weltweit öffentliche Schaubuden sind – wen man nicht aufpasst, was man dort tut. Die „Jugendsünden“, die früher großzügig verziehen wurden, liegen heute überall öffentlich herum, und bei entsprechender Böswilligkeit und einem guten Recherchewerkzeug können sie wieder „ausgebaggert“ werden.

Partnersuchende Frauen - Sex-Vergangenheit meist unerwünscht

Ich rate Ihnen gut: Bewahren Sie ihre Privatheit und lassen Sie sich nicht einreden, dass diese sich „im Wandel“ befindet. Insbesondere Partnersuchende sollte sich darauf einstellen, dass ihre Vergangenheit heute sogar von einem Laien durchleuchtet werden kann – inklusive Arrangements für Bildagenturen, in denen Sie sich einmal als Wäsche- oder Aktmodell angeboten hatten und Escort-Agenturen, für die Sie in Ihrer Studentenzeit arbeiteten – von allen anderen kleinen Schamverletzungen einmal abgesehen. Ich weiß aus der Erfahrung eines Webmasters, dass sich Frauen schon wegen kleinster Berührungen mit der Branche der erotischen Akt-und Wäschefotografie, der Erotikbranche, des Vertriebs erotischer Produkte und dergleichen aus Artikeln entfernen ließen – in allen Fällen handelte es sich nicht um wirklich „schamlose“ Handlungen.

Schamlosigkeit das ganze Leben durchhalten?

Wenn Sie sich entschließen sollten, schamlos zu sein, müssen Sie dies möglicherweise das ganze Leben durchhalten –und dies kann sehr hart werden, denn die moralischen Erbsenzähler werden nicht weniger. Ach ja, ich sprach ja über die Partnersuche. Da reicht es schon, damit zu prahlen, schon 100 Männer gehabt zu haben, mit vielen B-Promis das Bett geteilt zu haben, auf Partys mehrfach vernascht worden zu sein – oder sich öffentlich dafür zu schämen. Im Endeffekt kommt es auf das Gleiche heraus.

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Was ist eigentlich Dating? Was ist eigentlich "Dating"? Sie wollen es genau wissen? Dann sind Sie hier goldrichtig. Unser Autor und Dating-Experte Gebhard Roese erläutert Ihnen den Begriff.

Erfahrung zählt: der Dating-Experte
Dating ist eine aus dem englischen Sprachbereich stammende Bezeichnung, die aus dem Begriff des "Dates", also der Verabredung, abgeleitet wurde. Mit einem Date bezeichnet man im Englischen zunächst jede Art von Treffen. Im US-amerikanischen Sprachgebrauch wird das Wort "Dating" oft als das Treffen eines Paares zum gegenseitigen Kennenlernen benutzt. In den USA wurde das Zusammentreffen von Frauen und Männern in eine ganze Dating-Kultur verwandelt, die bis in die heutige Zeit nach festen Regeln abläuft. Allerdings halten sich die Bewohner von modernen Metropolen wie zum Beispiel New York immer weniger an die überkommenen Regeln.

Das Wort „Dating“ wurde in den deutschen Sprachgebrauch übernommen, wo es ausschließlich für das Treffen eines Paares zum Kennenlernen verwendet wird.

Dating in Deutsch

Das deutsche Wort für den Prozess des "Datings" ist die Partnersuche, für ein einzelnes Date sagt man "ein Treffen". Nach neuester Definition im Duden ist Dating im Deutschen immer das Verabreden mit wechselnden Partnern. Der Duden lässt offen, zu welchem Zweck solche Verabredungen stattfinden.

Man unterscheidet mittlerweile verschiedene Arten von Dating. Im nächsten Absatz werden zunächst zwei Arten nach der Vorgehensweise unterschieden.

Paralleldating oder Seriendating?

- Paralleldating ist eine Art, die aus den USA kommt und besagt, dass man sich parallel mit unterschiedlichen Partnern trifft. Es dürfen nach US-Vorstellung aber nicht zu viele sein und man sollte während des Parallel-Datings noch keinen Sex mit ihnen haben.
- Serielles Dating ist die in Europa übliche Art, eine Weile zuerproben, on man auch langfristig zueinanderpasst – oder wieder auseinanderzugehen, wenn sie sich keine dauerhafte Harmonie einstellt.

Neuer Begriff: Downdating

Downdating ist eine Sonderform der Partnersuche. Dabei entscheidet man sich bewusst, einen Partner auf der nächstniedrigeren sozialen/gesellschaftlichen/finanziellen Ebene zu suchen. Diese Art der Partnersuche entsteht überall dort, wo der Anteil weiblicher Akademiker am Partnermarkt zunimmt.

Dating nach dem Medium

Online-Dating oder Internet-Dating bezeichnet die Art, über das Medium „Internet“ zusammenzukommen. Alle anderen Dating-Formen heißen seither „Offline-Dating“ oder einfach nur „Dating“. Das deutsche Wort „Partnersuche“ ist hier allerdings bei Weitem aussagefähiger. Außerdem bezeichnen die Begriffe „Proximity Dating“, „Speed Dating“ und „Social Dating“ besondere Arten, die man mit den Medien oder Lokationen verbindet. Dabei ist:

- Speed Dating eine Veranstaltung „im richtigen Leben“, bei der sich mehrere interessierte Singles vorstellen – in der Regel hat man etwa sieben Minuten dazu Zeit.
- Proximity Dating ist Dating per Handy (Mobiltelefon), bei dem man den Ort, an dem sich der Partner befindet, per GPS lokalisieren kann.
- Social Dating bedeutet, sich innerhalb einer Internet-Gemeinschaft, also aufgrund künstlicher sozialer Verbindungen, kennenzulernen und später zu treffen.

Dating nach dem gewünschten Erfolg

Das gewöhnliche Online-Dating oder die Partnersuche an sich sollte als Ziel haben, einen dauerhaften Partner zu finden. Es wird nicht näher bezeichnet. Früher waren Begriffe wie „Ehegesuche“ oder „Suche nach einer dauerhaften Beziehung“ üblich. Im Englischen sagte man auch „Long Term“. Im Internet sind es „Online-Partnervermittler“ oder „Online-Partneragenturen“, die dergleichen dauerhafte Beziehung stiften wollen.
Andere Datingformen, die darauf abzielen, einen Partner für „kurze Zeit“ zu finden, heißen (in Europa, in den USA ist dies geringfügig anders) „Casual Dating“ oder „Sex Dating“. „Casual Dating“ zielt in der Regel auf auf Affären (kurze Beziehungen, die von Leidenschaft geprägt sind) , Sex Dating auf ONS (einmaligen Sex).

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